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Der lange Weg zum Job


Arbeit, die glücklich macht: Diplom-Technomathematikerin Heidi Krummrich betreut an der Fachhochschule München einen 3-D-Simulator. Foto: Schulz

Erst die „Beschäftigungsbrücke“ verhalf Heidi Krummrich zum Berufseinstieg

München. Stellenanzeigen sichten, Job-Börsen durchforsten, Bewerbungen schreiben – und Absagen kassieren: Heidi Krummrich hat diese Erfahrung lange machen müssen.

Zwei erfolglose Bewerbungsgespräche waren die klägliche Ausbeute der Jung-Akademikerin –  in langen 20 Monaten. Doch sie gab nicht auf. Im Sommer 2010 hat die 29-Jährige nach langer Suche ihren „Traumjob“ an der Fachhochschule München gefunden. Dort betreut die Diplom-Technomathematikerin nun einen 3-D-Simulator, mit dem man durch virtuelle Gebäude gehen kann, die bislang nur auf Bauplänen existieren.

Mitten in der Krise von der Uni

Der Bewerbungsmarathon endete allerdings erst dank der „Beschäftigungsbrücke“ – ein Projekt wie gemacht für Heidi Krummrich. Mitten im Krisenjahr 2009 von den Metall-Arbeitgeberverbänden bayme und vbm ins Leben gerufen, soll es jungen Fachkräften und Uni-Absolventen naturwissenschaftlicher und technischer Fächer helfen, einen Berufsstart in ihrer Fachrichtung zu schaffen.

Die jungen Leute erhalten dafür eine intensive Beratung – wo sind ihre Potenziale, wo mögliche Arbeitsplätze? Zudem können sie ihr Bewerberprofil in eine Datenbank stellen. Unternehmen der Branche suchen dort gezielt nach Nachwuchs, der zu ihnen passt. Vermittlung funktioniert so besonders effizient.

Seit Beginn des Projektes haben schon mehr als 200 Jung-Akademiker ihr Profil in die Datenbank der Beschäftigungsbrücke gestellt. Und rund 140 von ihnen haben bereits von der neuen Chance zur Vermittlung profitiert und zügig einen Arbeitsplatz gefunden.

„Ich habe mich nach der Uni auf alles beworben, was auch nur annähernd gepasst hat“, erinnert sich Krummrich. „Aber einen schlechteren Zeitpunkt für den eigenen Abschluss als ich konnte man nicht erwischen. Es gab einfach fast keine Stellenangebote.“

Mit der Beschäftigungsbrücke ging dann jedoch alles ganz schnell. „Ratzfatz“, sagt Krummrich. Kurz nach ihrer Anmeldung kam bereits die erste Anfrage. Wenig später das Bewerbungsgespräch. Und ein paar Tage darauf hatte sie die Zusage in der Tasche.

Seit Juli Arbeit am 3-D-Simulator

Seit Juli arbeitet sie am Institut für Produktionsmanagement und Logistik, kümmert sich um den 3-D-Simulator und entwickelt ihn weiter, indem sie die Software verbessert. Unternehmen können das Gerät mieten, um sich ein genaueres Bild von geplanten Fabriken zu machen.

„Früher hätte ich mir gut vorstellen können, an der Simulation von Produkten zu arbeiten oder Software zu programmieren“, sagt Krummrich. „Heute mache ich eine Mischung aus beidem“, sagt sie zufrieden. Trotzdem würde es sie schon reizen, später einmal von der Hochschule in ein Unternehmen zu wechseln.

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Mein Vater hat mein Interesse für Technik und Naturwissenschaften geweckt. Er kaufte sich früh einen Computer, auf dem ich programmieren durfte. Zudem wies er mich oft auf naturwissenschaftliche Hintergründe hin.

Was gefällt Ihnen besonders?

Ich brauche für meine Arbeit Kenntnisse in Informatik und Mathematik. Diese Fächer haben mir schon in der Schule immer Spaß gemacht.

Worauf kommt es an?

Ich möchte unseren 3-D-Simulator weiterentwickeln. Dabei muss ich vor allem darauf achten, dass die neue Version noch einfacher zu bedienen sein wird.

 

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