Engagiert auch nach Feierabend

Der Kautschuk-Spezialist ContiTech ermutigt Mitarbeiter zum Ehrenamt

Northeim/Gifhorn. Wenn in seinem Heimatdorf Berka im südlichen Niedersachsen die Sirene heult, ist Sven Helmold (44) sofort zur Stelle. Schon seit fast 30 Jahren engagiert er sich für die freiwillige Feuerwehr. Beschäftigt ist Helmold bei ContiTech in Northeim. 1987 begann er dort eine Ausbildung zum Kunststoffformgeber, heute arbeitet er im Mischsaal in der Qualitätssicherung.

Ehrenamt neben dem Job – dafür gibt es Lob vom Chef: „Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, unternehmerisch zu denken“, sagt ContiTech-Vor- standsmitglied Hans-Jürgen Duensing. „Und ebenso wichtig ist uns soziales Engagement. Es sorgt dafür, dass unsere Gesellschaft menschlich bleibt.“

Helmolds Einsatz fand jetzt Anerkennung: Von Bundesinnenminister Thomas de Maizière gab es einen Scheck über 1.000 Euro. Beim Wettbewerb „Helfende Hand“ belegte seine Gruppe unter 230 Teilnehmern den fünften Platz.

„Wir leben soziale Kompetenz“

Soziales Engagement ist bei ContiTech in Northeim längst ein Selbstläufer. Seit über 50 Jahren beschenken die Mitarbeiter der Kautschukfirma zu Weihnachten benachteiligte Kinder. Auch 2015 wurde der Betriebsrat zum Wünsche-Erfüller, besuchte kurz vor dem Fest vier Kinderheime und Kinderdörfer der Region.

1.800 Mitarbeiter hat der Continental-Konzern in vier Gesellschaften am Standort. „In unserer ländlichen Region ist die Verbundenheit mit dem Werk sehr hoch“, sagt Betriebsratschef Michael Rose. „Da ist es selbstverständlich, auch an andere zu denken. Wir sprechen nicht nur von sozialer Kompetenz, wir leben sie.“

Zum Beispiel auch Stefan Meyer (47), Maschinenschlosser, der im 100 Kilometer nördlich gelegenen Continental-Werk Gifhorn als Ideenmanager arbeitet. Im Werk ist er zudem Vize-Schwerbehindertenvertreter und Betriebssanitäter – und fürs Deutsche Rote Kreuz hilft er als Fahrer und Einsatzleiter bei Hilfstransporten.

Sein erster führte ihn 1999 in das vom Bürgerkrieg zerstörte Jugoslawien. „Es wurde jemand gesucht, der einen Unimog fahren kann, so habe ich mich gemeldet.“ Jahre später traf er auf Herrn Gregori, den Besitzer eines kleinen Bauernhofs im rumänischen Gherla.

Meyer weiß nicht, wie Gregori mit Vornamen heißt oder wie alt er ist. „85 oder 95? Keine Ahnung. Das spielt keine Rolle.“ Jedenfalls gibt es für Herrn Meyer und Herrn Gregori nichts Schöneres, als die Kinder zu sehen, die lachend auf den Hof gelaufen kommen, weil sie gehört haben, dass der Lastwagen mit den Spielsachen aus Deutschland wieder da ist.


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