Innovation

Der intelligente Einkaufswagen


Wie Mikroelektronik unsere Konsumwelt verändern wird

Fürth. In Bayern wird an einer faszinierenden Idee gearbeitet: Der Jog­hurt-Becher funkt mit der Ladenkasse! Möglich macht das ein kleines elektronisches Etikett, in der Fachsprache RFID-Chip („Radio Frequency Identification“). Es soll in einigen Jahren mit einem neuen Verfahren viel günstiger als heute produziert werden. Am Ball: die Firma PolyIC in Fürth.

„Wir entwickeln unsere Technologie für die Massenproduktion“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Mildner. PolyIC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Leonhard Kurz Stiftung und des Siemens-Konzerns.

Schluss mit Schlangestehen

Mildner rechnet damit, dass die neuen Datenspeicher in weniger als zehn Jahren in vielen Konsumprodukten zum Einsatz kommen werden. Im Gegensatz zum heute gängigen Strich-Code benötigt ihre Datenübertragung keinen direkten Kontakt zu einem optischen Lesegerät, etwa an der Kasse im Supermarkt.

Eine von vielen möglichen Anwendungen, die schon getestet wird: ein intelligenter Einkaufswagen, der die Produktpreise schon während des Gangs durch die Regale addiert. Mit langen Schlangen an der Kasse wäre es dann vorbei.

 

Bislang werden RFID-Chips nur vereinzelt eingesetzt: etwa um Container zu kennzeichnen, Mautgebühren zu erfassen, für Skilift-Pässe oder für Eintrittskarten etwa bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Auf dem Jog­hurt-Becher im Supermarkt sucht man sie vergebens – sie sind noch zu teuer. Doch die Herstellungskosten will PolyIC mit einem neuen Fertigungsverfahren drücken. „Auf langfristig weniger als 2 Cent pro Chip“, sagt Mildner.

Statt wie bisher aus Silizium sollen die elektronischen Schaltungen in Zukunft aus halbleitenden Kunststoffen gefertigt werden, sogenannten Polymeren. Auf diese Weise können sie billig gedruckt werden – wie Aufkleber.

MST

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