„Hauptschüler schaffen Einstieg“

Der Industrie-Elektriker kommt gut an


Seit 2009 gibt es den zweijährigen Ausbildungsberuf Industrie-Elektriker. Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung in Nürnberg hat vor kurzem 27 bayerische Betriebe zu ihren Erfahrungen mit dieser neuen Lehre befragt. Sylvia Krenn, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, erklärt den Stand der Dinge.

AKTIV: Wie viele junge Leute machen inzwischen die neue Ausbildung?

Krenn: 2011 waren es bundesweit 410 Jugendliche, davon 118 in Bayern. Tendenz: stark steigend.

AKTIV: Und was sind das für Jugendliche?

Krenn: Zu zwei Dritteln sind es Hauptschüler, die so den Einstieg in die Metall- und Elektro-Branche schaffen. Auch bei Jugendlichen, die eine andere – oft branchenfremde – Ausbildung abgebrochen haben, ist der Beruf beliebt.

AKTIV: Wie zufrieden sind die Ausbildungsbetriebe?

Krenn: 83 Prozent geben an, dass sie Industrie-Elektriker passgenau einsetzen können. Deshalb wollen sie weitere Lehrstellen schaffen. Das neue Berufsbild erlaubt es den Firmen, eine Lücke zu schließen: zwischen Un- und Angelernten sowie den Höherqualifizierten, die dreieinhalb Jahre lernen. Übrigens sind auch kleine und mittlere Firmen dabei, die damit überhaupt erst in die Elektro-Ausbildung eingestiegen sind.

AKTIV: Also doch eine Art Schmalspur-Lehre?

Krenn: So kann man das nicht sagen. Im ersten Berufsschuljahr lernen Industrie-Elektriker und Elektroniker in derselben Klasse. Und jeder fünfte angehende Industrie-Elektriker des ersten Jahrgangs hat weitergelernt: Nach etwa einem Jahr kann der Ausbildungsvertrag ja auf den Elektroniker umgeschrieben werden. Außerdem stehen einem Industrie-Elektriker alle gängigen Weiterbildungswege offen, also zum Beispiel zum Techniker.

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