Forscher-Nachwuchs

Der Höhenflug des Drachens - Wieso, weshalb, warum?


MINT-Messe zeigt: Schüler erforschen die Welt

Der Herbstwind trägt bunte Drachen hoch in die Luft. Aber – warum fliegen manche Drachen besser  als  an­dere? Jakob (13), Michaela (14), Folke (11) und Diana (13) gingen der Frage mit Feuereifer nach: Wichtig sind die Form des Drachens und das Schnur-Dreieck.

Die Kids interessiert alles, was mit Naturwissenschaften zu tun hat. Grund ist das packende Projekt der Heinrich-Böll-Schule in Offenbach: Für die lebendige naturwissenschaftliche Frühförderung gab‘s jetzt den mit 3.000 Euro dotierten „Procter & Gamble- MINT-Award“ auf der MINT-Messe in Wiesbaden.

Lava-Rezept für Vulkane

MINT steht für Mathema­tik, Informatik, Naturwissen­schaften und Technik. Nachwuchs-Naturwissenschaftler aus 21 Schulen präsentierten ihr Wissen im Hessischen Landtag. Hinter der Veranstaltung stehen unter anderem die Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft sowie der Arbeitgeberverband HessenChemie.

„Ich werd mal Chemiker“, steht für Jakob bereits fest. Begeistert lässt er Kristalle wachsen oder denkt über Vulkane nach.

Diana hat bereits ein Rezept entwickelt, um Gips-Vulkane zur Explosion zu bringen: „Das ist der Knaller“, sagt sie. Eine Mixtur aus Natron, Essig und Rote Bete macht’s möglich. Lehrerin Pet­ra Carben bestätigt: „Das Zeug sieht echt wie Lava aus!“

Solche Versuche sorgen für Begeisterung bei den Kindern. So sehr, dass die Fünft- und Sechstklässler auch in ihrer Freizeit unbedingt weiterforschen wollen. Was die Wirtschaft gern sieht: In Hessen fehlen 6.000 MINT-Fachkräfte, schätzt die Vereinigung hessischer Unterneh­merverbände (VhU), bundesweit sind es 60.000.

Richtig vermittelt, können Naturwissenschaften so spannend wie Kickboxen sein. Das findet Katrin (15) von der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach, die für Sport wie fürs Experimentieren schwärmt. „Beides macht total Spaß“, sagt sie. Dabei fischt sie blassgrüne Kügelchen aus einer trüben Brühe. Und erklärt stolz: „Darin haben wir Hefezellen eingekapselt, damit geht Bierbrauen viel besser!“

Emsiges Tüfteln für starken Motor

Einige Stände weiter zeigen Laura (14) und Lena (14) von der Otto-Hahn-Schule in Ha- nau, wie sie seltene Ackerkräuter vor dem Aussterben bewahren: „Wir haben uns Samen von Botanischen Gärten schicken lassen und angepflanzt. Jetzt züchten wir selber. Die Samen geben wir anderen Schulen.“

Auch die „Großen“ sind mit Enthusiasmus dabei. Wie Denis (19) von der Ziehenschule in Frankfurt. Locker erklärt er den Vorteil der Brennstoffzelle als Fahrzeugantrieb. Wochenlang hat er mit Kumpels an einem Motor getüftelt, der das Modellauto flotter macht.

Nach der Schule will er Naturwissenschaftler oder Ingenieur werden. Was Norbert Kartmann, Schirmherr der Messe und Präsident des Hessischen Landtages, gerne hört: „Es geht darum, schon in frühen Jahren Freude am Lösen schwieriger Aufgaben zu wecken.“ Mini-Forscher Jakob hat sie bereits: „Ich möchte wissen, warum man manchmal Pech hat ...“

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Schlagwörter: Schule

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