Gut verpackt

Der Faltschachtelspezialist Hermann Höhing bestückt Verpackungen fertig für den Laden

Mit viel klassischer Handarbeit fertigt das Heilbronner Familienunternehmen jährlich Zigtausende individuell gestaltete Pakete – und setzt auf hochwertige Verpackungen etwa für die Kosmetik-Industrie oder Autohersteller.

Im Betrieb: Tayfun Onay, Abteilungsleiter Weiterverarbeitung, mit Ulrich Höhing (rechts). Foto: Scheffler

Im Betrieb: Tayfun Onay, Abteilungsleiter Weiterverarbeitung, mit Ulrich Höhing (rechts). Foto: Scheffler

Konfektion für Profis: Viele einzelne Schritte sind nötig, bis ein Theken-Aufsteller für Lippenstifte fertig ist. Foto: Scheffler

Konfektion für Profis: Viele einzelne Schritte sind nötig, bis ein Theken-Aufsteller für Lippenstifte fertig ist. Foto: Scheffler

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Heilbronn. Was später im Geschäft ein echter Hingucker sein wird, macht erst mal viel Arbeit. Zunächst ein feiner Strich mit der Heißklebepistole, dann ein ordentlicher Knick. Noch viele weitere geübte Handgriffe, dann ist das Display für Lippenstifte zusammengesetzt. Ein werbendes Extra fehlt aber noch: ein auffälliger Kussmund inklusive Klemme, der erst direkt im Geschäft angebracht werden soll und daher vorerst im transparenten Tütchen landet.

Mit solch aufwendigen Handarbeiten kann das Heilbronner Unternehmen Hermann Höhing bei seinen Kunden punkten. „Wir sind schon lange kein reiner Faltschachtelhersteller mehr – eher ein Kümmerer, der alles organisiert“, betont Geschäftsführer Ulrich Höhing. „So versenden wir für unsere Kunden Zigtausende individuell gestaltete Pakete pro Jahr.“

Vom Buchbinden zum Schachtelfalten

Höhing leitet die Firma, die im Vorjahr ihr 150-jähriges Bestehen feierte, in der fünften Generation. Angefangen hat alles 1866, mit einer Buchbinderei und ersten aus Pappe hergestellten Schachteln. Heute entwickelt und produziert der 40-Mann-Betrieb hochwertige Verpackungen und Werbemittel aus Karton und Pappe für viele Branchen – von der Kosmetik-Industrie bis zu Autoherstellern.

Da werden dann zum Beispiel 100.000 Notizbücher in von Höhing entwickelten und produzierten Präsentverpackungen im Auftrag eines Kunden als Weihnachtsgeschenk verschickt. Oder raffinierte Aufsteller 1.000-fach fertig bestückt an den Einzelhandel geliefert. Die logische Folge: Hier gibt’s ganz viel klassische Handarbeit. Und gerade dafür holen sich die Heilbronner Hilfe.

Je nach Arbeitsanfall sind bis zu 120 nicht direkt im Betrieb angestellte Kräfte an der Produktion der Verpackungen beteiligt: Menschen in Behinderten- und Sozialwerkstätten sowie Mitarbeiter von Subunternehmen. Manche arbeiten sogar mit der Stammbelegschaft unter einem Dach, freilich in einem klar abgegrenzten Bereich.

„Von der Standard-Faltschachtel mussten wir uns verabschieden – weil sie einem gnadenlosen Preisdruck unterliegt“, erklärt Verpackungsingenieur Höhing. Mit dem „Rundum-sorglos-Paket“ für die Kunden wiederum könne man sich am Markt behaupten – „einfach ist das aber nicht“.

Kostengünstiger in Tschechien

Schließlich sind viele der Papier- und Kartonlieferanten und die meisten Kunden deutlich größer als das Heilbronner Familienunternehmen. „Das sind zum Teil echte Global Player – mit denen kann man nicht groß über Preise diskutieren …“

Vor drei Jahren verlagerte man einen Teil der Konfektionierung nach Tschechien. Dort lassen sich bestimmte Auflagen günstiger fertigen.


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