Mittelstand

Der Erfolg hängt am Kran


Die Firma Depa baut Ausleger für mobile Krane – und zwar die ganz Großen

Leverkusen. Ein lautes Brummen – und ein gelber Riese wacht auf. Fängt an, sich kräftig auszustrecken. Wird größer und größer. Bis er auf 170 Meter Länge angewachsen ist. Und dann zeigt er seine bärenstarke Pranke.

Der Riese, der hier ans Werk geht, ist der leistungsfähigste Mobilkran der Welt – und die Pranke sein mächtiger Haken. Der Kran ist auf einem mehr als 100 Tonnen schweren Lkw montiert, kann bis zu 1.200 Tonnen heben. Das entspricht dem Gewicht von 30 schweren Lastwagenzügen.

Szenenwechsel: eine Halle in Leverkusen. Hammerschläge hallen, gleißendes Licht zuckt. Mitarbeiter hantieren an Rohren, die einen Durchmesser von bis zu zwei Metern haben. Die sind aus extrem festem Stahl. Hier bei der Firma Depa entstehen die Ausleger für solch leistungsfähige Mobilkrane, wie den gelben Riesen.

Auch an der BayArena im Einsatz

Nur die Leverkusener können die ganz großen Kran-Ausleger bauen. Doch für Ge­schäftsführer Jürgen Demmer kein Grund, sich zurückzulehnen. „Diese Nische werden wir auf Dauer nicht alleine besetzen.“ Weil sie lukrativ ist.

Die Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Mobilkranen wächst. Man braucht sie beim Aufbau und bei der Wartung von Windkraftanlagen.  Oder um eine neue Kirchturmspitze aufzusetzen. Oder für Arbeiten am Fernsehturm. Und auch an der jetzt eröffneten BayArena von Bayer 04 kam superstarke Depa-Technik zum Einsatz: Gleich zwei Mobilkrane mussten ran, um die beiden Teilstücke eines Tribünenträgers auf das südliche Treppenhaus zu hieven.

„Zwar spürt auch Depa die Krise. Aber der Absatz der ganz großen Ausleger ist nach wie vor stabil“, so Demmer.

Nicht mehr ganz so gut laufen die Geschäfte bei den kleineren Ausführungen, die Depa ebenso herstellt – etwa für das Umsetzen einer schweren Maschine. Deshalb muss das Unternehmen 2009 erstmals nach  Jahren starken Wachstums einen Um­satzrückgang hinnehmen.

Dennoch: Depa ist eine Erfolgsgeschichte. Und  Demmer  gehörte vor elf Jahren zu den beiden Gründern. Vorher war er Geschäftsführer der Krupp-Stahl-Kaltform (KSK), die 1997 die Kranfertigung nach Hagen verlagerte. Da entschloss sich Demmer, auf eigene Faust die dazu passenden Ausleger zu bauen, gründete mit dem Unternehmer Heinz Paffrath einen neuen Betrieb. Aus den beiden Namen Demmer und Paffrath wurde flugs der Firmenname Depa. Mit einer Handvoll Mitarbeitern ging es los,  inzwischen  ist  die  Stammbelegschaft bereits auf 165 an­gewachsen.

Das vergangene Jahr war für Depa so gut, dass der Betrieb neben seiner  Stammcrew auch noch 60 Zeitarbeiter beschäftigte. Von denen muss­ten zwar 15 gehen, aber dabei soll es bleiben, so Demmer: „Wir möchten die gemischten Teams erhalten. Außerdem beschäftigen wir fast ausschließlich  Fachkräfte, und die werden ja alle im nächs­ten Aufschwung gebraucht.“

Nachts kommt die Sondertruppe

Bis  dahin  arbeiten  die  Mitarbeiter fünf Stunden die Woche  weniger,  dafür  werden die Arbeitszeitkonten abgeschmolzen.

In einer Halle, die an einer Seite mit dicken Stahlplatten abgeschottet ist, lagern derweil einige fertige Ausleger. Nachts, wenn die Produktion ruht, kommt eine Sondertruppe rein, um selbst kleinste Risse im Stahl aufzuspüren. Im Gepäck hat sie etwas, das wir vom Arztbesuch her kennen: ein Röntgengerät.

Wilfried Hennes

Info: Depa GmbH

Das Unternehmen aus Leverkusen produziert Ausleger für mobile Krane. Depa beschäftigt 165 Mitarbeiter, dazu kommen 45 Zeitarbeitnehmer.

Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 48 Millionen Euro. Das sind ein Fünftel mehr als noch 2007. Es ist gleichzeitig ein Rekord in der Firmen-Geschichte.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang