Der Energieverschwendung auf der Spur


Wie der Automobil-Zulieferer Meteor kräftig Geld spart

Bockenem. Nach der Schlosser-Lehre ist Steffen Weber (46) beim Autozulieferer Meteor gestartet, einem führenden Hersteller von Elastomer-Dichtungen mit weltweit 2.500 Mitarbeitern. Das ist 26 Jahre her. Seitdem durchlief er acht Jahre Abendschule, war Schlossereimeister, Personaltrainer, Werkleiter. Jetzt ist er am Stammsitz in Bockenem (Niedersachsen) als Technischer Leiter der Energieverschwendung auf der Spur.

Seine Suche ist immer wieder von Erfolg gekrönt.

Beispiel

Fadenheizgeräte:

Sie erwärmen Metallfäden, die ins Profil der Dichtungen einvulkanisiert werden und somit Stabilität sichern. Die Heizleistung der insgesamt sechs Geräte wurde von 33 auf 6 Kilowatt umgebaut. Ersparnis: 57.600 Euro pro Jahr.

Beispiel

Duschwasserbehälter:

Früher wurde das Wasser in 5.000-Liter-Tanks permanent auf 65 Grad geheizt. Heute reichen 500-Liter-Tanks. Ersparnis: 55.000 Euro pro Jahr.

Beispiel

Absaugung:

Ein Lüfter an den Pressen arbeitet nicht mehr rund um die Uhr. Er springt nun nur noch auf Bedarf an und ist zudem drehzahlgeregelt. Ersparnis: 74.000 Euro pro Jahr.

Beispiel

Hallenbeleuchtung:

Leuchtstofflampen wurden in einem Bereich gegen Hallentiefstrahler getauscht. Ersparnis: 20.500 Euro pro Jahr.

Insgesamt hat Meteor allein im vergangenen Jahr 32 solcher Maßnahmen umgesetzt und 522.000 Euro Energiekosten gespart. Da haben sich die 59.000 Euro für die erforderlichen Umbauten gerechnet.

„Die Kosten für unsere Produkte senken“

Am Anfang stand die Analyse: Steffen Weber und sein dreiköpfiges Team durchleuchteten systematisch die Energieströme auf dem Werkgelände. Das war kein leichtes Unterfangen, schließlich ist Meteor über Jahrzehnte gewachsen. Und mit ihm sein Strom- und Gaskreislauf. Weber: „Als Unternehmen stehen wir immer unter Druck, die Kosten für unsere Produkte zu senken.“

Meteor gehört zu den Lieferanten der Top-Marken im Automobilbau. Mercedes, BMW, Audi, Rolls-Royce, Bentley, Maybach, Ferrari, Jaguar, Porsche – sie alle ordern hier Dichtungen. Das Unternehmen trägt auf ganz besondere Weise dazu bei, dass diese Autos mehr sind als nur Fortbewegungsmittel. Lärm, Schmutz oder Feuchtigkeit – gegen alles dichtet Meteor Türen, Fenster, Schiebedächer oder Motorhauben ab.

Die Produktion ist sehr energie-intensiv – sodass die höheren Bezugspreise zuletzt ins Kontor schlugen. Zwischen 2002 und 2008 waren die Stromkosten von 2,4 auf 5,1 Millionen Euro gestiegen, obwohl der Jahresverbrauch von 52,2 auf 51,9 Millionen Kilowattstunden sank (ein Privathaushalt mit zwei Personen verbraucht 3.500 Kilowattstunden). Weber und sein Team steuern gegen.

In diesem Jahr wollen sie erneut die 500.000-Euro-Marke knacken. Zurzeit werden einige Produktlinien umgestaltet. Dazu zählen 40 Pressen. Strom, Druckluft, Wasser, Absaugung – überall lässt sich was einsparen. „Wir haben da schon einige sehr gute Ideen“, verspricht Weber.


 

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