Mittelstand

Der Energiemix macht‘s


Wie Heiztechnik-Hersteller Weishaupt Sonne und Erdwärme nutzt

Schwendi. Der Klimawandel: Was tut die Welt dagegen? Eine gemeinsame Lösung aller Länder liegt nach dem gescheiterten Klimagipfel vom Dezember in weiter Ferne. Dabei ist es einfach, das Treibhausgas Kohlendioxid kurzfristig zu reduzieren. Die deutsche Industrie zeigt, wie es geht.

Hiesige Firmen sind in klimaschonender Heiztechnik führend. Etwa die Unternehmensgruppe Weishaupt im oberschwäbischen Schwendi: Sie bietet energiesparende Brenner- und Heizsysteme für fossile Energieträger, aber auch diverse regenerative Energietechniken.

Der Markt dafür ist groß, nicht zuletzt wegen der konkreten Ziele für den Klimaschutz. Etwa in Form der im Herbst 2009 noch einmal novellierten Energieeinspar-Verordnung: Die Regierung will den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 von derzeit 9 auf 14 Prozent steigern – durch den Einsatz von Solarwärme, Erdwärme und Biomasse. Zugleich sollen neue Heizungen und bessere Dämmung den Energiebedarf für Wärme und Warmwasser deutlich senken. Hierzulande müssen mehr als zwei Millionen inef­fiziente Heizkessel ersetzt werden, schätzt der Bundesverband des Schorn­stein­feger-Handwerks.

Strenge Gesetze für Häusle-Besitzer 

In Baden-Württemberg gilt seit Jahreswechsel per Gesetz, dass bei neuen Heizungen mindestens 10 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien kommen müssen.

Das Familienunternehmen Weishaupt setzt angesichts dieser Rahmenbedingungen auf einen Mix aus fossilen und regenerativen Energietechniken, die von einem intelligenten Gebäudemanagement gesteuert werden.

So ergänzte man das Angebot schon vor über zehn Jahren um Solarkollektoren zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung (Solarthermie). Firmenchef Siegfried Weishaupt versichert: „Damit kann jeder Eigenheimbesitzer mit Sonnenenergie zu erheblichen Energieeinsparungen beitragen.“

Seit drei Jahren hat Weishaupt auch Wärmepumpen im Programm. Mit ihnen lässt sich die Wärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser nutzen. Außerdem hat der Unternehmer seine Firmengruppe vor einem Jahr durch einen Betrieb erweitert, der auf Bohrungen zur Nutzung von Erdwärme (Geothermie) spezialisiert ist.

Öl- und Gasheizungen werden effizienter

Indes wird auch das Heizen mit fossilen Energieträgern immer effizienter. Denn: „Öl und Gas werden uns noch Jahrzehnte begleiten, trotz des weiteren Ausbaus von regenerativen Energien“, so Weishaupt. 100 seiner weltweit 2.800 Mitarbeiter arbeiten heute an der Entwicklung zukunftssicherer und energiesparender Heiztechnik.

Der Firmenchef ist sicher, dass der Klimaschutz weltweit an Bedeutung gewinnen wird.  Und damit steigt die Nachfrage nach energiesparender Technik, insbesondere auch nach regenerativen Energien – sonnige Aussichten für die ganze Branche.


Übrigens ...

Wir sind Vorreiter

Deutschland stellt zwar nur etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung, aber 16 Prozent des Welthandels mit Umwelt-Technologien. Damit sind unsere Hersteller führend. Und ihre Zukunftsaussichten sind gut: Der globale Umsatz der Umwelt-Industrien dürfte sich bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln. Das ergab eine Studie von Roland Berger, die der Bundesverband der Deutschen Industrie in Auftrag gegeben hat.

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