Technologie

Der Biss ins Brötchen – Bühler ist dabei


Das „Projekt Marathon“ steht in Braunschweig schon bei Kilometer 34

Braunschweig. Als Valentin Galizki vor zehn Jahren seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker beim Maschinen- und Anlagenbauer  Bühler in Braunschweig begann, war ihm nur eines wichtig: „Ich wollte erst einmal eine Lehre machen.“ Pläne für die Zukunft hatte der damals 18-Jährige noch nicht. Heute schaut der Facharbeiter gern zurück: „Es hat sich bei uns zuletzt unglaublich viel getan.“

Top-Standort im Konzern

Bühler mausert sich zur Perle der niedersächsischen Metall- und Elektro-Industrie. Helle Arbeitsplätze entstehen – in Fertigung und Verwaltung. 22 Millionen Euro investiert der Konzern (Sitz in der Schweiz) in seine niedersächsische Tochter.

„Wir wollen der effizienteste Standort im Bühler-Konzern werden“, sagt Geschäftsführer Uwe Wehrmann.

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, wie oft sie Tag für Tag auf Produkte treffen, zu denen Bühler etwas beigetragen hat. Das morgendliche Brötchen? Die Farbe auf dem Zeitungspapier? Vielleicht ein paar Nudeln am Mittag? Das leckere Bier am Feierabend? Fast überall steckt ein bisschen Bühler drin – denn Bühler ist Technologie- und weltweit Marktführer in der Nahrungsmittelindustrie, in der chemischen Verfahrenstechnik und im Druckguss.

Wenn aus Getreide Mehl wird oder aus Mehl Nudeln produziert werden, sind die Braunschweiger mit ihren Produkten dabei. Müllereien und Mälzereien, Brauereien oder Tiernahrungshersteller produzieren mit Bühler-Maschinen. Auch Gießereien benötigen die Anlagen, um Leichtmetall-Teile herzustellen. Nicht zu vergessen: die Hersteller von PET-Flaschen.

Auch als Marktführer muss man am Ball bleiben. „Marathon“ nennt die Bühler-Mannschaft ihr Projekt, das bis Ende 2009 abgeschlossen sein soll. „Zurzeit sind wir etwa bei Kilometer 34“, beschreibt Wehrmann den jetzigen Stand. Die Zwischenergebnisse können sich sehen lassen. Um 25 Prozent sind die Aufträge im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Die Produktivität wurde stark verbessert, das Jahresergebnis hat sich um 1,3 Millionen Euro auf 2,6 Millionen Euro genau verdoppelt.

Dabei hat sich der Konzern mit weltweit 6.900 Mitarbeitern (davon 671 in Braunschweig) vom klassischen Maschinenhersteller zum Dienstleister entwickelt, der nicht nur die Anlagen herstellt, sondern den Kundendienst und die Prozesse verbessert sowie technologische Beratung bietet.

Kürzere Arbeitswege

Die Zukunft in den neuen Hallen ist vielversprechend. „Moderne Produktionsabläufe brauchen auch moderne Produktionshallen“, sagt Geschäftsführer Wehrmann. Noch in diesem Sommer zieht ein weiterer Teil der Fertigung in eine neue Halle. Anschließend folgen die nächsten Bauabschnitte.

Bühler in Braunschweig wird so deutlich kompakter und effizienter. Facharbeiter Valentin Galizki gehörte zu den Ersten, die in die modernen Hallen umgezogen sind. „Jetzt ist es viel heller und freundlicher. Die Arbeitswege sind deutlich kürzer“, schwärmt er. Aus dem ehemaligen Auszubildenden ist längst ein erfahrener Facharbeiter geworden. Und auch langfristige Pläne schweben ihm vor: „Beruflich läuft es gut. Demnächst  habe ich vor zu heiraten.“

Werner Fricke

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