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Deutsche Schulen

Der Bildungsmonitor offenbart einige Defizite im Schulwesen der nördlichen Bundesländer

Im Vergleich zum Vorjahr gab es beim Bildungsmonitor 2018 erstmals nahezu bundesweit Rückschritte. Unter den norddeutschen Ländern fällt vor allem Bremen durch schlechte Ergebnisse auf. Besser sieht es in Hamburg aus.

Unterricht: Es gibt derzeit große Qualitätsunterschiede in den 16 deutschen Bundesländern. Foto: drubig-photo/stock.adobe.com

Unterricht: Es gibt derzeit große Qualitätsunterschiede in den 16 deutschen Bundesländern. Foto: drubig-photo/stock.adobe.com

Der neue Bildungsmonitor wirft kein gutes Licht auf die aktuelle schulische Versorgung in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr gab es erstmals nahezu bundesweit Rückschritte. Vor allem in den Handlungsfeldern Schulqualität, Integration und Verminderung von Bildungsarmut verschlechterten sich die Ergebnisse deutlich.

So schneiden beispielsweise Viertklässler in Deutsch und Mathematik schlechter ab als in den Vorjahren. Die Schulabbrecherquote ist, vor allem aufgrund der Flüchtlingsmigration, wieder größer geworden. Unter ausländischen Jugendlichen stieg der Anteil von Abgängern ohne Abschluss von 11,8 Prozent im Jahr 2015 auf 14,2 Prozent im Jahr 2016.


Fazit: Die Herausforderungen der Integration erfordern neue und verstärkte Anstrengungen im Bildungsbereich, andernfalls droht ein Rückgang der Teilhabechancen.

Hamburg auf Platz fünf im Bundesvergleich

Besonders verbesserungsbedürftig ist die Situation in einigen norddeutschen Ländern. Bremen etwa belegte bei den Schülerkompetenzen in Naturwissenschaft, Mathe und Lesen erneut den letzten Platz unter allen 16 Bundesländern. Nirgendwo ist die Zahl der Schüler mit sehr schwachen Kompetenzen im MINT-Bereich so hoch wie in der Hansestadt.

„Es ist erschreckend, dass man sich in Bremen über die Jahre offenbar mit besonders schlechten Ergebnissen bei allen relevanten nationalen Bildungsuntersuchungen abgefunden hat“, so Peter Golinski, Geschäftsführer für Bildung bei den Arbeitgeberverbänden Nordmetall und AGV Nord. „Die Bremer Politik sollte endlich umsteuern.“

Etwas besser präsentiert sich Hamburg. Hier lernen fast alle Grundschüler in einer Ganztagsschule und bekommen Fremdsprachenunterricht. Die sehr hohen Sachausgaben für Bildung in Schulen und Hochschulen werden laut Bildungsmonitor besonders effizient eingesetzt. Insgesamt belegt Hamburg angesichts dieser Stärken erneut Platz fünf unter den 16 deutschen Bundesländern.

Relativ gute Noten für Mecklenburg-Vorpommern

Ähnlich gut schneidet in diesem Jahr Mecklenburg-Vorpommern ab. Nach dem Sprung von Platz elf auf Platz sieben im Länder-Ranking des Bildungsmonitors 2017 konnte MV diese Position 2018 verteidigen.

„MV hat es besser als alle anderen Bundesländer geschafft, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft eines Kindes abzukoppeln. Das bestätigt sich unter anderem in einer guten Lesekompetenz“, so Peter Golinski. Erfreulich seien auch die hohe Forschungsorientierung und die gute Promotionsquote an den Hochschulen im Nordosten.

Der Bildungsmonitor wurde in diesem Jahr zum 15. Mal vorgelegt. Die anhand von 93 Indikatoren und 12 Handlungsfeldern gefertigte Studie ermittelt seit 2004, inwieweit ein Bundesland die Bildungsteilhabe verbessert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Erstellt wird das Werk vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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