Standort

Der Aufschwung aus dem Nichts


Pfeiffer Vacuum erzielt bestes Jahr der Unternehmensgeschichte

Asslar. Salih-Nihat Everay gibt alles für „das Nichts“. Denn er arbeitet bei Pfeiffer Vacuum, einem weltweit führenden Anbieter von Spezialpumpen und Geräten, mit deren Hilfe ein Vakuum erzeugt, gemessen und gesteuert werden kann.

In immer mehr Bereichen wird der luftleere Raum, ein Vakuum, benötigt. Ob in der Halbleiter-Industrie, beim Beschichten von Brillengläsern oder Windkraftrotoren, in der Solartechnologie, bei der Herstellung von Banknoten oder bei der Analyse von Dopingproben im Sport.

Entsprechend boomt das Geschäft. 2010 hat der vor 121 Jahren gegründete Pumpenspezialist das beste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren. Der Gesamtumsatz lag bei 220,5 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern kletterte von 28 Millionen auf über 38 Millionen Euro.

Durch den Kauf der Firma Trinos gleich zu Jahresbeginn und die Übernahme von adixen, einer der stärksten Wettbewerber, Ende 2010 hat sich die Anzahl der Beschäftigten mehr als verdoppelt – auf etwa 2.200 Mitarbeiter in 28 Tochtergesellschaften.

Mehr Arbeitsplätze in der Produktion

Doch trotz zunehmender Internationalisierung bekennt sich Pfeiffer Vacuum klar zum Standort Asslar mit seinen rund 580 Beschäftigten. Im vergangenen Jahr wurden 44 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bis Ende April dieses Jahres kamen 23 neue Mitarbeiter hinzu, vorrangig für die Produktion. Mehr fanden über die Zeitarbeit zu Pfeiffer, wie auch Everay.

Vorstandsmitglied Matthias Wiemer erklärt das Konzept: „Wir brauchen die temporären Mitarbeiter zur Abdeckung von Auftragsspitzen. Wenn sich der Bedarf dann als langfristig herausstellt, übernehmen wir sie gerne, da sie eingearbeitet sind und den Betrieb schon gut kennen.“

Ein Jahr war Zerspanungsmechaniker Everay im Unternehmen, ehe er übernommen wurde: „Ich hab mich echt angestrengt, nicht nur einen Job gemacht, und das wurde gesehen. Jetzt möchte ich gerne bis zur Rente bleiben.“

Auch die Kraftfahrzeugmechanikerin Tina Beutler kam im vergangenen Jahr über die Zeitarbeit zu Pfeiffer. Sie hat einen Jahresvertrag: „Ich hatte vorher schon viel über den Betrieb gehört, aber jetzt sehe ich selbst, wie gut es hier läuft.“

Die komplette Produktion ist nach modernsten Gesichtspunkten aufgestellt. Alles ist auf einen reibungslosen Materialfluss von der Teileproduktion bis zur Endmontage ausgerichtet. Seit Jahren wird kräftig in den Standort investiert, von der Fertigung und neuester Computertechnik bis zu modernen Waschräumen und Cafeteria.

Leistung wird anerkannt

Neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt es auch eine Gewinnbeteiligung für die Belegschaft. In guten Jahren kann das mehr als ein zusätzliches Monatsgehalt ausmachen. „Die Prämie zeigt uns, dass unser Engagement gesehen und auch belohnt wird“, sagt Arno Failing. Seit 31 Jahren arbeitet der Zerspanungsmechaniker bei Pfeiffer Vacuum.

Für ihn steht fest: „Geht’s der Firma gut, geht’s auch den Mitarbeitern hier gut.“ Auch Vorstand Wiemer ist überzeugt: „Ohne qualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter kann man keine wirklich guten Ergebnisse schaffen.“ Denn Pfeiffer Vacuum ist an der Börse notiert.

Wiemer: „Die Aktionäre müssen zufriedengestellt werden, das klappt nur mit zufriedener Kundschaft und das gelingt wiederum nur mit zufriedenen Mitarbeitern.“

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang