Aktion

Der Arbeitsplatz als Kunstobjekt


Ungewöhnliches Projekt beim Chemieunternehmen AlzChem Trostberg

 

 

Hart. Normalerweise beschäftigen sich die 230 Mitarbeiter des Chemieunternehmens AlzChem Trostberg im Werk Hart mit der Produktion von Calciumcarbid. Das Produkt auf Basis von Kohle, Kalk und Luft braucht man zum Beispiel für die Herstellung von Spezialdünger. Jetzt aber wurde der bayerische Betrieb zum Mittelpunkt der örtlichen Künstler-Szene: Ein faszinierender Kalender zeigt die Fabrik in einem ganz neuen Licht.

 

 

 

„Dürfen wir im Werk malen und fotografieren?“, lautete die Anfrage des Kunstvereins Altöttingen. „Warum eigentlich nicht?“, überlegte sich Geschäftsführer Stefan Greger – und gab grünes Licht für ein ungewöhnliches Projekt.

 

 

 

„Wo finde ich die richtigen Motive?“

 

 

 

Und so stand kürzlich eine Künstler-Truppe vor den Werks­toren, ausgestattet mit Stift und Fotoausrüstung. „Ich gebe zu, zunächst war ich beunruhigt oder eher skeptisch“, erzählt Standortleiter Klaus Holzrichter. Doch je weiter das Projekt fortschritt, desto mehr begeisterte ihn die Sache.

 

 

 

„Das Ergebnis ist überraschend und beeindruckend“, findet er heute. Und was ist das Ergebnis? Ein eigenwilliger Kalender mit farbenfrohen Motiven aus der sonst eher nüchternen Arbeitswelt, kunstvoll in Szene gesetzt von Fotograf Michael Namberger.

 

 

 

Ein Beispiel: Wie auf einem Surfbrett schwebt die Malerin Gisela Schmitz auf dem Titelblatt des Kalenders über einen Berg aus Koks. Neben ihr stehen zwei ihrer Bilder. Sie zeigen lodernde rote Flammen, in denen der Rohstoff später geschmolzen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund beobachtet Betriebsassistent Mathias Holze im Blaumann und mit Helm die Szene. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Künstler durch das Werk zu begleiten.

 

 

 

Und das war gar nicht so einfach: „Wie halte ich die ‚Ameisen‘ zusammen?“, schoss es ihm dabei etwa durch den Kopf. Und: „Wo finde ich die richtigen Motive?“

 

 

 

Flüchtige Skizze wird zum Kunstwerk

 

 

 

Die gab es aber reichlich: Das gelbschwarze Absperrband reizte ebenso zum Zeichnen wie die riesigen Portalkräne, das Werkzeug, die gewellte Außenfassade, das heiße Carbid, das aus dem Ofen in die bereitgestellten Kokillen fließt, oder die hingekritzelte Skizze auf ­einer Blechwand.

Eifrig wurden die Motive zunächst skizziert und abgelichtet, später dann in Öl, mit Kreide, als Aquarell oder als ­Fotomontage interpretiert und festgehalten.

 

 

 

„Die Motivwelt hat ein vielfältiges Konvolut aus Kunstwerken hervorgebracht“, schwärmt Alexander Brandmeyer, Präsident des Kunstvereins. Das, so räumt er ein, sei „vorab nicht absehbar“ gewesen.

Kunstfreunde können den Kalender (etwa 40 x 30 Zentimeter groß) per E-Mail unter info@alzchem.com bestellen. Kosten: 12 Euro. Der Versand ist inklusive.

 

 

 

 

 

 

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