Automationstechnik

Den Kopf voller Einfälle


Bei ABB wird das Ideenmanagement großgeschrieben

Heidelberg. Alles, was gut ist, fängt mit einer Idee an: So hat der Schwede Gideon Sundback den Reißverschluss erfunden. So ist der Ungar Laszlo Biro auf den Kugelschreiber gekommen. Und so haben zwei Heidelberger ABB-Mitarbeiter die Maschine „Eva“ umgebaut. Die ist vorher öfters ausgefallen. Jetzt arbeitet sie viel zuverlässiger und schneller.

„Das ist ein tolles Gefühl“

Ein großer Wurf: Das Unternehmen spart dadurch pro Jahr 57.000 Euro! Die Werkzeugmacher Bernhard Durst und Thomas Stephan erhielten für die Idee in einer Feierstunde den bronzenen ABB-„Ideenoskar“ und eine Geldprämie.

„Das ist ein tolles Gefühl“, strahlt Durst. Stolz erzählen die Preisträger, wie sie die komplizierte Maschine in nur fünf Tagen ab- und wieder aufgebaut haben. „Es war eine komplette Neukonstruktion“, betont Stephan.

Die Anlage produziert ein Bauteil des „Sicherungsautomaten“, den fast jeder aus dem Sicherungskasten kennt. Dieses muss die Maschine jetzt weniger oft umgreifen. Dadurch ist sie schneller und weniger störanfällig.

Ideen sind fast nie neben-sächlich, weiß Felice Mirpourian, Leiterin des ABB-Ideenmanagements in ganz Deutschland. Schließlich hat das Unternehmen damit im vergangenen Jahr insgesamt 2,1 Millionen Euro gespart. Rund 2.300 Ideen wurden eingereicht, 37 Prozent aller Mitarbeiter haben mitgemacht.

„Kein Vorschlag geht verloren“

Von „Dienst nach Vorschrift“ wollen die wenigsten ABBler etwas wissen. Auch deshalb, weil Mirpourian für das Ideenmanagement kräftig die Werbetrommel rührt.

Sie veranstaltet zum Beispiel regelmäßig Sonderaktionen, die sie jedes Mal unter ein aktuelles Thema stellt. Jetzt im Herbst heißt das Motto „Ressourcenschonung“. Wer bei den Aktionen mitmacht, nimmt zusätzlich an einer Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es etwa Reisegutscheine und andere attraktive Sachpreise. Auch speziell für Azubis läuft derzeit eine Sonderaktion.

Obendrein ist es einfach, eine Idee loszuwerden. Das geht an jedem Computer, jedem Standort, erklärt Mirpourian, so geht keine Idee verloren. „Und wer einmal Feuer gefangen hat, reicht immer wieder Vorschläge ein“, weiß sie aus Erfahrung.

Feuer gefangen haben auch Bernhard Durst und Thomas Stephan. Sie haben schon wieder einen neuen Vorschlag eingereicht: ein nanotechnisches Reinigungsverfahren für Maschinen-Zubehör, das regelmäßig Druckfarbe abbekommt. Eigentlich ist das eher was für Chemiker. Stephan verrät: „Ich schaue gern Wissenssendungen im Fernsehen, so bin ich drauf gekommen.“

Mirpourian kommt ihrem Ziel schnell näher. Es lautet: „Dass Ideen einreichen zur Selbstverständlichkeit im Un-ternehmen wird.“

Barbara Auer

 

Info: Ideenmanagement bei ABB Deutschland

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mannheim ist führend in der Energie- und Automationstechnik und beschäftigt hierzulande etwa 11.000 Mitarbeiter. Ein Ideenmanagement gibt es bei ABB schon seit 1950. Für umgesetzte Ideen erhalten die Mitarbeiter in der Regel 20 Prozent vom Jahresnutzen, den der Vorschlag bringt. Einmal pro Jahr findet eine große „Ideenoskar“-Verleihung statt. Seit 1990 hat ABB durch Mitarbeiterideen rund 60 Millionen Euro gespart. 

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