Reformen

Den Beruf schon fest im Blick


Technik-Unterricht in der Schule: Durch das Zusammenfassen von Haupt- und Realschulen in Niedersachsen sollen junge Leute noch zielgerichteter auf die Arbeitswelt vorbereitet werden. Foto: Gossmann

„Oberschule“, „fachbezogenes Studium“: Das Bildungssystem wird durchlässiger

Hannover. Von August 2011 an wird es in Niedersachsen die ersten „Oberschulen“ geben. Auf Antrag der Schulträger können die Kreistage oder Stadträte entscheiden, dass das Angebot einer Haupt- und einer Realschule zusammengeführt wird.

Hintergrund ist nicht nur die stark sinkende Schüler-Zahl: „Die Berufsorientierung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein“, ordnet Ministerpräsident David McAllister die Reform ein. Er hat kürzlich mit Vertretern der Metall- und Elektro-Industrie Schulen besucht und für die neue Schulform geworben.

Unterricht je nach Fähigkeiten

Die Oberschule soll sicherstellen, dass jeder genau die Förderung erhält, die er benötigt. Zwar sitzen im Unterricht nach wie vor überwiegend die Schüler zusammen, die bisher demselben Schulzweig angehörten. Aber es erhöht sich die Durchlässigkeit: durch fachleistungsdifferenzierte Kurse, in denen Schüler je nach ihren Fähigkeiten unterrichtet werden. Zudem können sie zwischen den Schulzweigen wechseln. Am Ende der Oberschulzeit steht entweder eine berufsbildende Schule oder die gymnasiale Oberstufe.

Ein weiterer Schritt hin zu mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem ist die „offene Hochschule“. Auch wenn es noch nicht überall bekannt ist: Dank einer Änderung im Niedersächsischen Hochschulgesetz kann seit 2010 fachbezogen studieren, wer nach der Ausbildung drei Jahre Berufspraxis gesammelt hat. So können die Arzthelferin neuerdings Medizin studieren, der Technische Zeichner Bauingenieurwesen und die Altenpflegerin Pflegewissenschaften. Wissenschaftsministerin Johanna Wanka: „Wir möchten Sackgassen in der Bildung ausschließen.“

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