„Das waren anfangs schlaflose Nächte“


Wie die Lenze SE ihre Nachwuchskräfte findet

Groß Berkel. Am 1. August war es wieder so weit: 29 Mädchen und Jungen haben bei der Lenze-Gruppe in Groß Berkel bei Hameln ihr Berufsleben begonnen. Für Personalleiter Ralf Klemme ist klar: „Es ist nicht nur die Gehaltsperspektive, aufgrund derer sich Menschen bei dem einen oder bei dem anderen Unternehmen bewerben.

Immer wichtiger würden auch andere Faktoren – wie Entwicklungsmöglichkeiten, Flexibilität, Familienfreundlichkeit und Gesundheitsvorsorge. Klemme: „Wir bekommen immer mehr einen Arbeitnehmer-Markt, auf dem sich die Qualifizierten die Angebote aussuchen können.

Die Firma Lenze, Spezialist in der Antriebs- und Automatisierungstechnik, hat bislang keine großen Schwierigkeiten, alle frei werdenden Stellen zu besetzen. „Eine gute Ausbildung gehört zur Philosophie unseres Hauses“, betont der Personalchef. Lenze-Azubis gehörten immer wieder zu den Landesbesten. „Wir investieren regelmäßig in die Verbesserung unserer Ausbildung – dazu gehört auch, dass wir uns frühzeitig um genügend passende Bewerber bemühen.“

Offenes Werktor

Seit vielen Jahren pflegt das Unternehmen enge Kontakte zu den Schulen rund um Hameln. So haben die Auszubildenden von Lenze eine Art Info-Baustein entwickelt, mit dem sie ausgesuchte Schulen besuchen und in den achten und neunten Klassen über den Betrieb informieren. Das funk- tioniert nach dem Prinzip: junge Leute unter sich. Die Azubis erklären den Schülern das Unternehmen, berichten, was sie dort machen und wie man eine Lehrstelle bekommen kann.

Zudem lädt das Unternehmen regelmäßig ein, etwa zum Tag der Ausbildung („New Generation 4 Lenze“) und zum „Zukunftstag“. Oder auch zum „Management Information Game“: Da kommen rund 20 Schüler während der Schulzeit für eine Woche ins Unternehmen und versuchen sich als Jungunternehmer. Das nötige theoretische Know-how liefern erfahrene Mitarbeiter sowie externe Referenten von der Stiftung NiedersachsenMetall.

 

Lernen übers Fachliche hinaus

Beim Zukunftstag, zu dem sich kürzlich über 100 Schüler zwischen 10 und 16 Jahren angemeldet hatten, wurden Motoren gebaut, Schaltungen gelötet, und es gab nützliche Informationen über die Berufe der Metall- und Elektro-Industrie. Dabei wurden auch die Lenze-Azubis eingebunden. Annika Jeep, im zweiten Lehrjahr zur Industriekauffrau, war quasi die Organisationschefin.

„Da waren anfangs schlaflose Nächte, ob auch alles klappt“, sagt die 20-Jährige. Sie musste Räume buchen, zusammen mit Fachabteilungen das Programm planen, die Bewirtung organisieren und sich um den Shuttle-Service zwischen den Standorten Extertal und Groß Berkel kümmern. „Ich hatte dafür gut einen Monat Zeit“, erzählt sie.

Für Personalleiter Klemme sind diese Aktivitäten besonders wichtig. „Die Auszubildenden lernen Dinge, die über das rein Fachliche hinausgehen.“ Und die Schüler erleben hautnah: Lenze ist immer noch vom Geist eines Familienunternehmens geprägt. Auch heute noch, als international tätige Aktiengesellschaft.

Pit Junker/Werner Fricke

Info: Lenze SE

Das Unternehmen mit der Rechtsform einer Europäischen Aktiengesellschaft beschäftigt weltweit über 3.300 Mitarbeiter. Am Stammsitz in Groß Berkel sind es 1.800, darunter 80 Azubis. Rund 300 Ingenieure entwickeln Frequenzumrichter, Servo-Antriebe, Getriebe und Motoren, Steuerungen, Industrie-PCs, Enineeringsoftware und die dazugehörige Visualisierung. Als einer der ersten Anbieter hat Lenze die Sicherheitstechnik in den Antrieb integriert. www.lenze.com/de

 

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