Kautschuk-Industrie

„Das verstehen wir unter gutem Teamgeist“


Gummi Hansen setzt auf positive Stimmung und hält Wort

Hannover. Der Start ins neue Jahr ist für Jörg Sandvoß (32), Berthold Scheitz (38) und Oliver Börries (30) erfreulich verlaufen. Die drei Facharbeiter sind zurück an Bord bei Gummi Hansen (75 Mitarbeiter). Sie haben nun wieder eine Festanstellung. „Unser Chef hat Wort gehalten“, sagt Sandvoß.

Die Krise im Jahr 2009 hatte den Hersteller von Formteilen, Profilen und Schläuchen  schwer erwischt: Um ein Drittel waren die Aufträge zurückgegangen. Das Unternehmen war gezwungen zu reagieren  – und musste sich unter anderem von den drei Mitarbeitern trennen. Das Versprechen: Sobald die Lage sich bessern sollte, könnten sie wieder bei Gummi Hansen beginnen.

Spezialisiert auf Sonderanfertigungen

Zwischenzeitlich waren Sandvoß, Scheitz und Börries bei einer Zeitarbeitsfirma untergekommen. Nun versprechen die steigenden Auftragszahlen eine stabile Konjunktur. „Gummi Hansen hat das Tal durchschritten“, sagt Geschäftsführer Ralf Diener.

Das Unternehmen will in einem Nischenmarkt weiter wachsen: „In der Regel treten unsere Kunden mit einer individuellen Anfrage an uns heran“, beschreibt der Geschäftsführer die besondere Stärke von Gummi Hansen. „Daraufhin entwickeln wir die nötige Mischung und fertigen das gewünschte Produkt.“

Werden etwa in der Auto-Industrie frisch lackierte Karossen getrocknet, muss dies in absolut luftdichten Räumen bei mehr als 200 Grad geschehen. Gewöhnliche Dichtungen schmelzen dahin – „wir haben extrem widerstandsfähige Profildichtungen entwickelt“, so Diener, „die halten bis zu 215 Grad stand.“

Kürzlich benötigte ein Kunde auf die Schnelle eine größere Zahl Schläuche mit 350 Millimetern Durchmesser für Spezialbagger. Eine typische Aufgabe für Gummi-Hansen-Mitarbeiter Hans-Joachim Wilkens. „Er hat seine privaten Termine verlegt und kam auch am Samstag zur Arbeit, damit dieser Auftrag termingerecht erledigt werden konnte“, erzählt der Geschäftsführer.

„Die Firma ist  Teil meines Lebens“

Viele Kunden kommen auch aus der Lebensmittel-Industrie, der Chemie, dem Armaturen-, Schienenfahrzeug- und Anlagenbau. Fast immer wollen sie besonders anspruchsvolle Teile. „Das schaffen wir nur“, sagt Diener, „mit einer motivierten Mannschaft.“

Da zieht auch Betriebsrat Uwe Klockow mit. Seit 28 Jahren ist er bei Gummi Hansen. Er ist Werkzeugmacher und verantwortlich für die Mundstücke der Extruder. „Die Firma ist Teil meines Lebens“, sagt er. Wenn es bei Kollegen nicht rund läuft, kümmert er sich persönlich. So kürzlich bei einem Auszubildenden, der Probleme hatte, morgens rechtzeitig zu erscheinen: „Drei Wochen lang habe ich ihn morgens um fünf Uhr angerufen und geweckt.“

Mit Erfolg: Er ist seitdem stets pünktlich. Geschäftsführer Diener: „Das ist es, was wir unter besonderem Teamgeist verstehen.“

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