Eine Chance für Technik-Fans

Das Südweststipendium bietet einen finanziellen Zuschuss zum Studium – und vor allem Kontakte

Einer von 137 Stipendiaten: Matthias Heller in seiner ehemaligen Lehrwerkstatt bei WMF. Foto: Eppler

Geislingen. Warum wird einer, was er wird? Für den Studenten Matthias Heller (23) ist die Antwort klar: „Das Interesse an Maschinen liegt einfach in meiner Familie.“ Onkel und Großonkel waren Elektroniker. „Und schon als Vierjähriger war ich fasziniert davon, eine Maschine laufen zu sehen, habe mich gefragt: Wieso geht das automatisch?“

Heute studiert Heller Mechatronik mit Fachrichtung Automatisierungstechnik in Göppingen, in einer Außenstelle der Fachhochschule Esslingen.Bei der Verwirklichung seines Berufswunsches half ihm der Geislinger Küchengeräte-Hersteller WMF AG – mit dem „Südweststipendium“.

Ganz wichtig: der persönliche Zugang

Vier Semester lang hat der junge Student von WMF jeweils einen einmaligen Zuschuss von 500 Euro erhalten. „Das hat mir den Schritt an die Hochschule deutlich erleichtert“, sagt er. Nach dem Realschulabschluss hatte er bei dem Unternehmen zunächst eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik begonnen. Das passte zu seiner Leidenschaft, „den Maschinen Leben einzuhauchen“, wie er es ausdrückt.

In der Ausbildungswerkstatt fielen sein besonderes Geschick, sein Interesse und seine Lernfähigkeit auf. Als einziger seines Jahrgangs konnte er seine Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen. Fachhochschulreife und Studium schlossen sich ganz selbstverständlich an.

Das Südweststipendium kam dann wie gerufen – für beide Seiten. „Ich ging damals auf die Personalabteilung zu wegen einer möglichen Unterstützung“, sagt der angehende Ingenieur.

Personalentwickler Arthur Goldgräbe sah darin eine Chance: „Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, mit Herrn Heller im Kontakt zu bleiben. Denn natürlich sind wir an qualifizierten Fachkräften interessiert.“ Dieser persönliche Kontakt macht, mehr noch als die finanzielle Unterstützung, die eigentliche Attraktivität des Südwestmetallstipendiums aus.

Zugeschnitten auf den Mittelstand

Von dem Kontakt profitieren beide Seiten, erklärt Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt beim Arbeitgeberverband Südwestmetall: „Wir wollen damit Unternehmen und Hochschule besser vernetzen.“

Im Jahr 2008 startete das Fördermodell – und bisher haben 137 Studierende an vier baden-württembergischen Hochschulen sowie 23 Unternehmen diese Gelegenheit genutzt. Auf einer Internet-Plattform (www.suedweststipendium.de) bietet Südwestmetall Studenten und Firmen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme – schließlich lernt man nicht immer, wie im Fall Matthias Heller, den späteren Stipendiaten schon als Azubi kennen. Außerdem übernimmt der Verband alle administrativen Aufgaben.

„Das Besondere am Südweststipendium ist die Ausrichtung auf mittelständische Unternehmen“, betont Küpper. „Gerade ihnen wollen wir es ermöglichen, junge Fachkräfte zu gewinnen.“ Student Heller hält stetigen Kontakt zu WMF. Denn, sagt er, „die Ausbildung dort war spitze“.


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