Schüler-Unternehmer

Das sind die Gründer von morgen


Düsseldorf. „Am liebsten greifen die Kunden zu, wenn ,Wodka Absolut‘ draufsteht“, weiß Lena Kampa. Allerdings ohne Alkohol. Der schönen Flasche wird der Hals abgeschnitten: Fertig ist das ungewöhnliche Gefäß. 30 Trinkgläser, Vasen und Blumentöpfe hat die Firma „Schnittwunder“ aus Pulheim bei Köln schon verkauft.

Marketing-Fachfrau Lena, Gymnasiastin der elften Klasse, und ihre Freunde haben es mit dieser Idee unter die Top Ten der Schülerfirmen in NRW gebracht – im Rahmen des Junior-Projekts, organisiert von der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Junior GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft.

Ganz ungefährlich, so Alexander Rychlik, der jungendliche Produktionschef von „Schnittwunder“, ist die Herstellung nicht. „Bisher ist viel Schweiß, aber kein Blut geflossen“, so der Pennäler bei der Siegerehrung in Düsseldorf.
Ihren Flaschenschneider haben die Schüler selbst zusammengebaut – nach einer Vorlage aus dem Internet, in der Hobby-Werkstatt von Alexanders Eltern. Sein Berufsziel: Maschinenbau-Ingenieur. Und so funktioniert das Junior-Projekt: Die Schüler geben maximal 90 Anteilsscheine je 10 Euro aus.

Davon zahlen sie Löhne, Material und Marketingkampagnen. Pleitegehen ist dabei nicht ausgeschlossen. Allerdings stehen Schulpaten, das sind eigens fortgebildete Lehrer, den Junior-Unternehmern bei, ebenso Paten aus der Wirtschaft. Die Organisatoren gucken sich jeden Monat die Buchführung an.
Zwar lösen sich am Ende des Schuljahres alle Firmen wieder auf, also auch die diesjährigen 54 Teams. Der Umsatz wird an die Anteilseigner ausgezahlt. Doch einige Geschäftsideen sind so gut, dass die Teilnehmer gleich darauf neu gründen: Bundesweit haben bei Junior seit 1994 mehr als 70.000 Schüler mitgemacht – etliche Unternehmer sind daraus hervorgegangen.

„Ich hoffe, dass die Freude am Unternehmertum anhält“, sagt NRW-Wirtschaftsminister Gar­relt Duin. Er rät, bei allen Entscheidungen in Fragen der Ausbildung, des Studiums und des späteren Berufslebens immer auch an die Möglichkeit zu denken, sich selbstständig zu machen. Und: „Wir brauchen engere Verknüpfungen zwischen Schule und dem, was in den Unternehmen passiert.“

Als Junior-Förderer und Jurymitglied ist Markus von Dreusche vom Arbeitgeber-Verband Remscheid schon überzeugt: „Wir brauchen nicht nur Fachkräfte, sondern auch Unternehmer – und vielleicht werden sie eines Tages Mitglied bei uns.“ Auf jeden Fall bringe die Teilnahme am Projekt Pluspunkte bei einer Bewerbung.

Manches Produkt wird es vielleicht dauerhaft auf den Markt schaffen. Ein heißer Kandidat: der Kopfhörer-Aufwickler der Junior-Firma NoKnot aus Brühl bei Bonn. Wer kennt das nicht: Kaum hat man die Kopfhörer fürs Handy oder den MP3-Player in die Tasche gesteckt, schon ist das Kabel verknotet. Die Lösung: Zwei Plastikteile stecken ineinander, zusammengehalten von einem Magnet. Dazwischen wird das Kabel aufgewickelt.

Den Prototyp haben die Gymnasiasten mit einer Gratis-Software entworfen und im 3-D-Drucker gefertigt. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Joshua Wolf. Und sie haben einen Partner gefunden, der das Teil produzieren will.

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Fakten

Junior-Projekt

• Für ein Jahr ein eigenes Schülerunternehmen gründen: Diese Möglichkeit bieten Junior-Programme.

• Teilnehmen können Schüler ab der 9. Klasse. Schon ab der 7. Klasse können sie mit Junior-Kompakt erste Erfahrungen in der Welt der Wirtschaft machen.

• Ziel des Projekts ist es, Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Jugend­lichen zu fördern.

juniorprojekt.de

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