Medikamente für die Welt

Das Pharmawerk von Takeda wächst kontinuierlich und wird demnächst kräftig erweitert

Oranienburg. Gelbe Tabletten, grüne Kapseln, weiße Filmtabletten: In der Pharmafabrik des japanischen Konzerns Takeda schubsen und drängeln sich auf den Maschinen die Pillen nach vorn. Hier beim Entgraten, da beim Verpacken und dort beim Durchlaufen eines Metalldetektors – Arzneiproduktion in Brandenburg.

„Wir stellen hier jährlich acht Milliarden Tabletten her“, berichtet Geschäftsführer und Standortleiter Dr. Hans-Christian Meyer. „Vor allem Spezial- und Originalpräparate.“ Die Palette umfasst 148 Produkte mit 70 Wirkstoffen.

Standort produziert jährlich 2,5 Milliarden Magentabletten

Bemerkenswerte 98 Prozent der Arzneien werden exportiert. Wie zum Beispiel ein Mittel zur Behandlung von Magen- und Darmgeschwüren sowie Sodbrennen. Allein davon stellt Takeda in Oranienburg 2,5 Milliarden Stück im Jahr her, sagt Meyer. „Es ist das beim Umsatz erfolgreichste Pharmaprodukt, das je in deutschen Labors entwickelt wurde.“

Die Herstellung ist kompliziert. Die Tabletten erhalten einen magensaftresistenten Überzug, damit der Wirkstoff im Darm optimal aufgenommen werden kann.

Auch wegen dieses Know-hows übernahm der japanische Weltkonzern Takeda das Werk im Jahr 2011. Seitdem stieg Oranienburg bei Takeda zum weltweiten Kompetenzzentrum für feste, oral einzunehmende Medikamente auf. Das Werk hat 670 Mitarbeiter, darunter 60 Azubis.

Man produziert hier, mit modernsten Verfahren, auch für andere Firmen komplizierte Arzneien, etwa gegen Malaria und Aids. Sogar eine eigene Entwicklung hat das Werk. „In der Pilot-Fabrik entwickeln unsere Techniker die Abläufe für die Herstellung neuer Produkte“, so Meyer.

All das passiert unter Einhaltung der strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards, die die sogenannte „Good Manufacturing Practice“ (Gute Herstellungspraxis) weltweit für die Arzneiproduktion vorschreibt. Meyer weiß zu berichten: Seit dem Neubau des Werks durch Altana im Jahr 1995 haben sich 124 Delegationen von Behörden und Partnerfirmen aus aller Welt von den hohen Standards überzeugt. Mit dem Neubau startete der Standortleiter übrigens seine Karriere in Brandenburg.

Zwölf Jahre später übernahm der Apotheker und Ingenieur die Leitung. Und seit Anfang dieses Jahres gehört er der Geschäfsführung der Takeda GmbH an. Bald managt er eine große Erweiterung. 100 Millionen Euro will Takeda hier investieren, 60 neue Jobs schaffen.

Großinvestition zum 130. Geburtstag

„Wir sind über die Jahre kontinuierlich gewachsen und kommen an die Grenze unserer Kapazitäten“, erklärt Meyer. Deshalb wird die Produktion um ein Drittel erweitert, neueste Technik installiert. Kein schlechtes Geschenk zum runden Geburtstag des Standorts. Seit 1885 werden hier Arzneien produziert.


Fakten

Foto: dapd
Foto: dapd

Gesundheitsbranche in Berlin und Brandenburg

  • In der Region um die deutsche Hauptstadt arbeiten laut Arbeitsagentur rund 314.000 Beschäftigte in etwa 20.700 Unternehmen der Gesundheitsbranche.
  • Das sind Kliniken wie etwa die Charité, Pflegeheime und -dienste sowie Biotech- und Medizintechnik-Unternehmen.
  • Zudem ist Berlin die Pharmahauptstadt: Bayer, Berlin Chemie, Pfizer und Sanofi Aventis eingeschlossen gibt es in der Region 30 Unternehmen, die zusammen 10.000 Mitarbeiter haben.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang