Alexander Emhart hat das Finale von „Jugend forscht“ gewonnen

Das neue Chemie-Genie im Interview

So sieht ein Erfinder aus: Alexander Emhart gewinnt mit seiner Apparatur nahezu reinen Wasserstoff. Foto: Jugend forscht

Die Bundessieger des Nachwuchs-Wettbewerbs „Jugend forscht“ stehen fest. In sieben Kategorien wurden in Erfurt die Gewinner gekürt. Alexander Emhart (19), Abiturient aus Riedlingen, belegte im Fach Chemie Platz eins.

Er entwickelte eine Apparatur, die Wasserstoff sauber abtrennt. Der Clou: Eine spezielle Membran hält andere störende Gase zurück. AKTIV sprach mit Emhart über seine Arbeit.

Interview mit Alexander Emhart

AKTIV: Sie haben sich mit der elektrolytischen Wasserstoffraffination befasst. Das ist nicht gerade alltäglich ...

Emhart: Ich war am Kreisgymnasium Riedlingen fünf Jahre in der „Jugend forscht“-AG aktiv. Die Idee entstand dort gemeinsam mit meinem Chemie-Lehrer Hermann Heinzelmann. Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Er entsteht zum Beispiel bei der Vergärung von Biomasse. Das Problem: Er liegt dann nicht in reiner Form vor. Es bilden sich viele andere Gase, von denen der Wasserstoff getrennt werden muss.

AKTIV: Gibt es noch keine Verfahren, die das Problem lösen?

Emhart: Doch. Nur sind diese entweder energieintensiv oder sie erzielen nur einen niedrigen Reinheitsgrad. Meine Apparatur hingegen optimiert den Prozess. Sie erreicht mit geringem Energieaufwand einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Am Ende liegt die Reinheit des Wasserstoffs bei fast 100 Prozent.

AKTIV: Das klingt sehr vielversprechend.

Emhart: Noch existiert mein Verfahren nur im Kleinformat. Aber sein Zukunftspotenzial ist groß. Von einer industriellen Anwendung gehe ich aus.

AKTIV: Wie lange haben Sie an dieser Entwicklung gearbeitet?

Emhart: Insgesamt etwa eineinhalb Jahre. Ich habe neben der Schule auch viel Freizeit investiert. Aber es hat großen Spaß gemacht – Chemie fasziniert mich einfach.

AKTIV: Chemie gehört meist nicht zu den Lieblingsfächern.

Emhart: Naturwissenschaften sind weder trocken noch abstrakt, sie sind logisch. Ich finde es einfach toll zu sehen und zu verstehen, wie etwas im Detail funktioniert.

AKTIV: Das Abitur und den Sieg haben Sie in der Tasche. Wie geht es nun weiter?

Emhart: Als Bundessieger darf ich im September beim EU-Wettbewerb in Bratislava in der Slowakei antreten. Danach möchte ich studieren und später einmal in der Industrie ­arbeiten. Noch bin ich nicht ­sicher, welchen Studiengang ich belegen werde. Aber er soll auf jeden Fall mit Chemie zu tun haben, gerne mit technischem Hintergrund.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang