Soziales Engagement

Das Lachen in die Welt tragen


Strahlemann-Initiative gibt Kindern und Jugendlichen eine Perspektvie

Heppenheim. An die 100 Bewerbungen und immer nur Absagen. Frust macht sich breit. Eine Erfahrung, die vor einigen Jahren auch Sandra Sagona machen musste. „Als Realschülerin mit einer 5 in Mathe hatte ich keine Chance auf dem Lehrstellenmarkt“, erinnert sich die 23-Jährige.

Bis sie die Strahlemann-Initiative kennenlernt, bei einem Infotag in der Schule. Das Projekt startete 2003 und wird inzwischen von 50 Stiftern aus der Wirtschaft getragen. Ziel: Benachteiligte Schüler sollen einen Ausbildungsplatz bekommen.

Talente finden und fördern

Sandras Neugier ist sofort geweckt: „Die labern nicht, die helfen“, erkennt sie und bleibt dran. Wenig später gehört die junge Frau zur ersten Gruppe, die von der ehrenamtlichen  Initiative betreut wird.

Nach einem Praktikum bei dem Reichelsheimer Elektrotechnik-Hersteller Jäger Direkt bekommt sie prompt eine Lehrstelle zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Inzwischen hat sich die einst schwache Schülerin zur Gebietsleiterin Nord im Vertrieb entwickelt. „Es hat einfach jemand an mich geglaubt“, erklärt sie selbstbewusst.

Nicht ganz unschuldig an ihrem Erfolg ist Franz-Josef Fischer, Geschäftsführer von Jäger Direkt und Vater der Initiative. Dank seiner und der Unterstützung vieler anderer „Strahlemänner“ fanden seit der Gründung über 500 Jugendliche einen Ausbildungsplatz.

Alle Anwärter absolvieren zunächst den „Strahlemann-Talent-Check“. In aufwendigen Gesprächen und Tests wird für jeden der passende Beruf gefunden.

Bewerbungstraining, zur Not auch Nachhilfe gehören zum Programm. Paten geben Tipps für gutes Auftreten und begleiten die Lehrstellensuche und den Übergang von der Schule zum Beruf.

Prominente Strahlemann-Botschafter wie die Kanutin und Olympiasiegerin Nicole Reinhardt sowie der Bundesliga-Torwart Timo Hildebrand machen Mut, für die eigenen Träume auch zu kämpfen.

Unterstützung gibt es auch für Unternehmen: Durch Spendenaktionen, private Förderer und Sponsoren aus der Wirtschaft  bekommen kleine Betriebe finanzielle Hilfe, wenn sie Ausbildungsplätze anbieten. Das Engagement überzeugt auch das Bundesinstitut für Berufliche Bildung. Im Rahmen des Projektes „Jobstarter” erhält  Strahlemann bis 2013 knapp 440.000 Euro. Das Geld fließt ins neue Projekt „Talent2Go“ und soll bis zu 80 neue Lehrstellen schaffen.

Was  Fischer antreibt: „Es ist einfach toll zu sehen, dass sich eben doch etwas bewegen lässt.“ Sätze wie: „So einen kann ich nicht gebrauchen“, bringen ihn dagegen richtig auf die Palme:  „Jeder hat Talente, die entdeckt und gefördert werden müssen. Nur so haben wir eine Zukunft.“

Längst beschränkt sich die Initiative nicht mehr allein auf Deutschland. Unter dem Motto „Schlau macht stark“ eröffnet Strahlemann in Krisengebieten benachteiligten Kindern durch Bildungsprojekte Chancen – von Südamerika bis in die Ukraine.

Zuhause für Tsunami-Opfer

Die Initiative will „das Lachen in die Welt tragen“. So wurde in Nagapattinam in Indien  nach dem Tsunami mit der Karl Kübel Stiftung, Bensheim, und der  Frankfurter Fraport AG ein Waisenhaus gegründet, in dem 100 Kinder leben. „Jetzt bauen wir ein Dorf drum herum. Mit 50 Häusern, für die wir Sponsoren suchen“, so Fischer. Mit der Kindernothilfe ist ein Projekt für Waisenkinder in Haiti geplant.

Wer so viel bewegt, braucht Helfer und neue Stifter.

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Schlagwörter: Ausbildung

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