Innovation

Das Kraftpaket mit dem speziellen Dreh


Kress-Elektrik baut Bohrhammer für Akku- und Netzbetrieb

Bisingen. Das kennt man ja: Beim Bohren ist das Kabel meist im Weg – einfach lästig. Doch auch ein Akku hat Nachteile. Denn immer, wenn man ihn braucht, ist er gerade leer. Mit einem Bohrhammer für Akku- und Netzbetrieb hat der Werkzeughersteller Kress-Elektrik in Bisingen das Problem jetzt gelöst.

Diese Maschine mit integriertem Ladegerät ist eine Weltneuheit. „Weil das Netz Wechselstrom und der Akku Gleichstrom liefert, wurde eine Kombination aus beidem lange für schier unlösbar gehalten“, erklärt Firmenchef Dieter C. Kress. Produktionsstart war Ende April. Bis Sommer ist die Montage ausgelastet.

Der neue Bohrhammer soll vor allem die Herzen der Profi-Handwerker höher schlagen lassen. Kress sieht gute Chancen dafür, mit dieser Maschine weitere Marktanteile zu gewinnen. Denn das Gerät verbindet schnelles Bohren mit geringer Vibration.

Rückschläge aus der Krise überwinden

Die Entwicklung des Kraftpakets war nicht einfach, wie Dieter C. Kress einräumt. Denn mitten im Strategiewandel vom Anbieter für Heimwerker zum Hersteller von Profi-Werkzeugen traf die Krise 2008/2009 den Mittelständler mit voller Härte.

Doch Kress-Elektrik blieb auf dem eingeschlagenen Weg. „Mit dieser Weltneuheit wollen wir die Rückschläge der Krise vollends überwinden“, sagt Kress zuversichtlich. Die Veränderungen auf dem Heimwerker-Markt zwangen Kress zu ständigen Anpassungen und schließlich zu einer Abkehr von diesem.

In den 60er- und 70er-Jahren war die Welt der Elektrowerkzeug-Hersteller noch in Ordnung. Jeder Heimwerker hatte seine eigene Bohrmaschine im Hobbykeller. „Wir haben damals unsere Maschinen über den Versandhandel vertrieben. Meistens als Eigenmarke der Versandhäuser“, so Kress.

In den 80er-Jahren schossen die Baumärkte aus dem Boden. Das brachte schnell große Stückzahlen, aber der Preisdruck war schon damals gewaltig. In den 90ern wurde der Wettbewerb aus Fernost immer härter.

Heimwerker sind heute sparsamer

Statt einer Bohrmaschine kaufen Privatleute heute eher Handys. Zum Selbermachen greift man zu billigem Werkzeug oder leiht sich die Maschinen von Verwandten aus. Kress zog die Konsequenzen: „Seit 2003 konzentrieren wir unsere Kompetenz auf Maschinen zum Bohren und Schrauben für den Profi-Bereich“, sagt der Firmenchef.

Durch die neue Strategie musste Kress-Elektrik auch die Produktion umstellen: von großen Stückzahlen auf Kleinserienfertigung. Die ganze Umstellung war ein Kraftakt. Kress sieht sich auf gutem Weg. Die Mitarbeiterzahl stieg 2011 um 17 auf 152.

Dieses Jahr peilt der Firmenchef ein zweistelliges Wachstum an, um die Auslastung des Betriebs weiter zu verbessern. Ein zu hoher Tarifabschluss könnte den Plan jedoch gefährden: „Wir haben die Krise noch nicht verdaut. Jede Kostenerhöhung tut weh“, sagt Kress dazu.

 

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