Silikat-Farben

Das Keimfarben-Werk in Brandenburg sorgt für ein starkes Outfit


Luckau. Ralf Bochow füllt Eimer um Eimer. Mit Farben in allen Schattierungen. Mal ist es einer, mal sind es mehrere. Alles ist handgemischt und im modernen Labor streng geprüft – jeder Farbton muss exakt stimmen. Beim Häuslebauer um die Ecke genauso wie an der Kreml-Mauer in Moskau oder an der Oper in Sydney.

Was Bochow und Kollegen hier in Luckau (Brandenburg) herstellen, im Werk der Keimfarben GmbH, geht auf Baustellen in aller Welt. Rund 2.000 Tonnen Farbe in unzähligen Varianten für innen und außen mixen die 45 Mitarbeiter jedes Jahr. Die Grundfarben beziehen sie vom Stammwerk Diedorf bei Augsburg. Zudem stellen sie 10.000 Tonnen Trockenputze pro Jahr her. Gearbeitet wird je nach Saison in zwei oder drei Schichten.

In Deutschland bietet Keimfarben einen besonderen Service: „In spätestens 24 Stunden ist jede Bestellung beim Kunden“, berichtet Werkleiter Jörg Seidel beim Gang durchs Lager. Und verweist auf die vielen Paletten, die Stapler-Fahrer Axel Metelka an der Verladerampe schon bereitgestellt hat. Endlich komme die Nachfrage in Schwung, „nach diesem langen Mistwetter“. Kälte und Nässe haben dieses Jahr viele Bauarbeiten verzögert.

Schnelle Lieferung ist eines der Versprechen, die die Brandenburger ihren Kunden geben. Ein weiteres: Die Farben halten sehr lange und verblassen nicht. „In der Stadt Schwyz in der Schweiz strahlt das mit unseren Farben gestrichene Rathaus nach wie vor in einem Originalanstrich aus dem Jahr 1900“, berichtet Seidel. Er sagt: „Wer wirklich Qualität will, kauft bei uns.“
Der Grund für die Haltbarkeit: Für die Farben verwendet man flüssiges Wasserglas (Kaliumsilikat) als Bindemittel. „Beim Trocknen entsteht eine feste chemische Bindung zwischen Untergrund und Farbe. Und die hält dann ewig.“

Auch die Pigmente seien rein mineralisch, „das sorgt für eine ex­trem lange Farbechtheit“, betont der Werkleiter. Die Silikat-Farben seien deshalb besonders für ökologisches und nachhaltiges Bauen geeignet. Das gelte ebenso für die Trocken- und Nassputze aus Luckau.

Mit den Produkten der Firma arbeitet auch der Denkmalschutz häufig. „Mit unseren Farben und Putzen lassen sich Fehlstellen im Sandstein oder anderen Baumaterialien täuschend echt ausgleichen.“

Rund 80 Millionen Euro setzt das Unternehmen, das insgesamt 460 Mitarbeiter beschäftigt, mit seinen Produktsystemen von Farbe über Putz bis zu Wärmedämmung im Jahr um – davon die Hälfte im Ausland. Und Seidel stellt klar: Ausruhen auf alten Lorbeeren sei nicht genug, man müsse täglich weiter nach vorn: „Gerade erst haben wir nach 20-jähriger Forschung die erste Silikat-Farbe für Holz auf den Markt gebracht.“

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