Ausbildung

Das Jahrzehnt der Jugend


Berufseinstieg wird so einfach wie noch nie

Bonn. Viele kennen solche Erzählungen aus der Nachbarschaft: Die Geschichte vom netten, aber schüchternen Mädel, das nach 50 Bewerbungen noch keine Lehrstelle gefunden hatte. Oder die vom gewitzten Bengel, dem es ähnlich ging, obwohl er doch nur in Mathe nicht so gut war …

Das ist bald Vergangenheit! Im 2011 beginnenden Jahrzehnt haben jun­ge Leute Chancen wie noch nie. Das liegt einfach daran, dass sie weniger werden.

Schon bis 2020 sinkt die Zahl der Schulabgänger um ein Siebtel. Das Bild wird anfangs verwischt durch doppelte Abi-Jahrgänge – aber für den Bonner Professor Reinhold Weiß ist klar: „Der Pillenknick kommt auf dem Lehrstellenmarkt an.“

Und damit ergibt sich „ei­ne fundamental neue Situation“, sagt Weiß, „ein Wettbewerb zwischen Betrieben und Branchen um die jungen Leute“. Worte mit Gewicht: Der Mann ist Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Berufsbildung. Keine andere Behörde ist so nah am Thema dran. Weiß ist sich sicher: „Wir werden Zeugen einer Wende am Ausbildungsmarkt.“ Im vor kurzem verlängerten Ausbildungspakt zwischen Regierung, Wirtschaft und Arbeitsagenturen zeichnet sich diese Wende schon ab.

Jeder wird gebraucht

Ab sofort, so das Versprechen der Pakt-Partner, „sollen verstärkt  solche Ju­gendliche in den Blick genommen werden, die bisher Schwierigkeiten beim Übergang in Ausbildung hatten“. Ausdrücklich ge­nannt werden „Altbewerber, Migranten, sozial be­nachteiligte, lernbeeinträchtigte sowie behinderte Jugendliche“. Bildungsmi­nisterin Annette Schavan spitzte es vor Weihnachten so zu: „Die Wirtschaft wird bald jeden jungen Menschen brauchen.“

Also sollten in absehbarer Zeit andere Geschichten aus der Nachbarschaft zu hören sein. Etwa die vom ganz normalen Hauptschüler, dem fünf Betriebe eine Lehrstelle angeboten haben.

Artikelfunktionen


Schlagwörter: Ausbildung

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang