Zeitarbeit

„Das ist eine große Chance“


Köpp setzt auf eine neue Dichtungstechnologie und erweitert die Produktionskapazitäten

Bovenden. Ein Tag Anfang Dezember: verschneite Landschaften, Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. In der neuen Fertigungshalle der Wilhelm Köpp Zellkautschuk GmbH ist es dagegen mollig warm und angenehm hell. Hier arbeiten die Zeitarbeiter Mario Gottschalk (33) und Heiko Köhler (40) an der Zukunft – an der des Unternehmens und an ihrer eigenen.

Sie konzentrieren sich auf einen Monitor, um den Computer einer Dosieranlage zu programmieren. Insgesamt sieben neue Anlagen werden in der 85 Meter langen Halle in Bovenden (bei Göttingen) in Kürze in Betrieb gehen. Gottschalk und Köhler sind bei diesem Ausbauprojekt von Beginn an dabei. „Ein tolles Gefühl“, sagt Köhler. Und Gottschalk ergänzt: „Das motiviert zusätzlich. Aber es ist auch eine große Chance.“

„Wichtige Erfahrungen“

Köpp setzt auf Wachstum – und die beiden Facharbeiter wollen wie viele Kollegen zuvor über die Zeitarbeit den Sprung zur Festanstellung erreichen. In der neuen Betriebsstätte programmieren sie Roboter, die Dichtungen in sogenannter freier Geometrie auf bereitgestellte Gehäusedeckel  auftragen. Was das heißt, erklärt Werkleiter Detlef Wichand: „Unsere Roboter sind in der Lage, die Dichtungen dreidimensional aufzutragen. So entsteht eine feste Verbindung zwischen Bauteil und Dichtung.“

Köpp gehört zu den ersten Firmen, die diese Technologie beherrschen. „Wir haben schon vor zehn Jahren damit begonnen“, so Wichand. Und der Facharbeiter Rainer Bohnhauer, der die gesamte Zeit  miterlebt hat, ergänzt: „Wir haben in den letzten Jahren wichtige Erfahrungen gesammelt. Dies kommt uns heute besonders zugute.“

Dieses Verfahren geht deutlich schneller als die sonst üblichen Moosgummi-Anfertigungen. 12 Prozent des Gesamtumsatzes von zuletzt 33 Millionen Euro erwirtschaftet Köpp mittlerweile mit frei aufgetragenen Dichtungen – Tendenz steigend. Die Auftragsbücher sind voll. „Wir brauchen mehr Platz und zusätzliche Anlagen. Deshalb beziehen wir jetzt die neue Halle“, sagt der Werkleiter.^

„2010 hat sich gelohnt“

Neben der Auto-Industrie lassen zurzeit vor allem die Hersteller von Solaranlagen ihre elektrischen Steuerungen mit diesen zweikomponentigen Polyurethanschaum-Systemen abdichten. In fast allen Industriezweigen kann diese Technik zum Abdichten eingesetzt werden.

Köpp zählt zu den Trendsettern. Experten sind sicher, dass solche neuen Technologien eine große Zukunft versprechen. Für die beiden Facharbeiter Mario Gottschalk und Heiko Köhler ist deshalb klar, auf die richtige Branche gesetzt zu haben. „Das Jahr 2010“, sagt Gottschalk, „hat sich für uns beruflich besonders gelohnt.“

Info: Wilhelm Köpp Zellkautschuk GmbH

Das Unternehmen (200 Mitarbeiter) bietet seit mehr als 70 Jahren Lösungen aus zelligen, porösen und geschäumten Gummi- und Kunststoffprodukten. Stammsitz ist Aachen, ein weiterer Produktionsstandort ist in Bovenden bei Göttingen.  Die Firma hat für die gesamte Industrie Produkte im Angebot – Platten, Profile, Form- und Stanzteile. Ihre Kundschaft ist Europa und Asien ansässig.

www.koepp.de

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