Auto-Industrie

Das glänzende Geheimnis


Know-how aus dem Lackier-Trainingscenter der BASF Coatings

Da strahlt der AutoFan: Mit Schutzmasken vorm Gesicht und Schleifgeräten in der Hand machen sich Männer an Karossen zu schaffen. Sorgsam tragen sie die Schichten Altlack ab, damit Türen und Motorhauben wieder glänzen können.

„Das Leben eines Lackierers besteht zum großen Teil aus Schleifen“, scherzt Hendrik Franke. Er leitet das neue 3,5 Millionen Euro teure Trainingszentrum der BASF Coatings in Münster. Hier üben Kunden den Einsatz der Reparaturlack-Marke Glasurit und lernen dabei, wie man Energie spart und die Werkstatt auf Effizienz trimmt.

2009 hat der Hersteller von Fahrzeuglacken und Bauanstrichmitteln das sogenannte „Refinish Competence Centre“ zu einem der modernsten Trainingscenter der Welt ausgebaut. Es ist so gut ausgestattet, dass hier sogar die letzte Deutsche Meisterschaft der Jung-Lackierer stattfand.

Farben in 200.000 Nuancen

Gerade tragen Marc Coppez aus Belgien und Manuel Pais aus Portugal eine silbrige Flüssigkeit auf den Kotflügel auf. Beide sind Landestrainer für Glasurit, die Marke mit dem bunten Papagei. Zu Hause schulen sie Mitarbeiter und Kunden für den Kampf gegen Kratzer und Dellen.

Um selber fit zu sein, kommen sie zweimal im Jahr nach Münster. Zusammen mit BASF-Kollegen aus zehn Ländern probieren sie einen neuen Füll-Lack aus. Wie gut verteilt sich die Flüssigkeit, wie schnell trocknet sie?

Der Füller lässt sich ohne Anschleifen direkt auf den Korrosionsschutz auftragen, dank eines speziellen Zusatzes sogar auf Kunststoffteile. „Fragen klären wir untereinander und mit den Experten des technischen Kundenservice“, so der Österreicher Ernst Schweighofer.

Und Kees Verdaasdonk aus den Niederlanden ergänzt: „Zu Hause können wir unseren Technikern, Kunden und Verkäufern alles besser erklären.“ Damit sich die reparierte Stelle farblich nicht vom Rest absetzt, üben die Seminarteilnehmer auch Auswahl und Mix des richtigen Tons.

Gut 200.000 Farbvariationen hat das Trainingscenter im Archiv. Sogar Schwarz ist nicht gleich Schwarz: Sonne, Streusalz und Industriegase beeinflussen den Farbton. Zwar hilft ein elektronisches Messgerät, die passende Nuance auszusuchen. Aber letztendlich entscheidet das Auge des Lackierers. „Bei Kleinwagen in Asien kommen auch Bonbonfarben zum Einsatz“, verrät der Leiter des Trainingszentrums Franke.

Kunden-Service bringt Aufträge

Die ausgefallenen Kompositionen in rosa, gelb und lila müssen ebenfalls repariert werden können. „Eine Farbdose hinzustellen, reicht nicht“, so der Fachmann. Alle Kunden erwarten einen umfangreichen Service. Franke ist oft in Asien und Nahost: „Premium-Werkstätten haben weltweit die gleichen Qualitätsansprüche“, sagt er.

Mit seinem Netzwerk aus 46 Trainingscentern rund um den Globus gewährleistet das Unternehmen die kontinuierliche Schulung von Trainern und Kunden. „Asiatische Auto-Hersteller schließen mittlerweile Verträge mit uns ab, weil wir diesen Service in allen Ländern anbieten“.

 

Info: Profitipps zur Lackpflege

Den Wagen vor der Behandlung mit Politur oder Konservierungswachs gründlich waschen. Frische Reparaturlackierungen nur mit klarem Wasser reinigen. Ist der Lack nach sechs Wochen ausgehärtet, darf er in die Waschanlage.

Ältere oder stark beanspruchte Lackierungen nach dem Waschen und Trocknen mit Lackreiniger mit kreisenden Bewegungen bearbeiten. Danach mit Hartglanz konservieren.

Nicht in der prallen Sonne pflegen, die erwärmte Oberfläche ist empfindlicher.

 

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