Maschinenbau-Zulieferer

Das Chef-Interview bei Arno Arnold: „Hier ist die Firma auch Familie“

„Wir fördern, fordern und helfen unkompliziert, auch im privaten Bereich“, sagt Wolf Matthias Mang, Chef des Familienunternehmens Arno Arnold im hessischen Obertshausen. AKTIV hat ihn besucht – und ihm Interessantes entlockt.

Im engen Kontakt: Simone Weinmann-Mang und Wolf Matthias Mang mit den Produktionsmitarbeitern Alexander Fleer (links) und Eduard Voss. Foto: Scheffler

Im engen Kontakt: Simone Weinmann-Mang und Wolf Matthias Mang mit den Produktionsmitarbeitern Alexander Fleer (links) und Eduard Voss. Foto: Scheffler

Mensch mit Engagement: Unternehmerpräsident Wolf Matthias Mang. Foto: Scheffler

Mensch mit Engagement: Unternehmerpräsident Wolf Matthias Mang. Foto: Scheffler

Obertshausen. Flott kommt er daher, ein Lächeln im Gesicht und offensichtlich gut drauf: Wolf Matthias Mang. Aktiv traf den Unternehmer zum Interview gemeinsam mit seiner Frau Simone Weinmann-Mang. Mit ihr führt er die Geschäfte von Arno Arnold in Obertshausen, einem führenden Hersteller von flexiblen Schutzabdeckungen. Zudem ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Technologie-Konzerns Oechsler im fränkischen Ansbach. Und er ist, im Ehrenamt, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Hessenmetall und Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Wie schafft man Ihr Pensum so gut gelaunt?

Wichtig ist eine gute Organisation der Arbeitsweise und der Arbeitsinhalte, sicher auch eine gute Gesundheit. Aber vor allem müssen die Aufgaben Freude bereiten. Dann denkt man nicht darüber nach, wo Arbeit endet und Freizeit beginnt. Meine Frau und ich haben da die gleiche Einstellung.

Sie kommen beide aus Unternehmerfamilien, vor mehr als 150 Jahren gegründet. Ist das eine besondere Herausforderung?

Als mein Schwiegervater 1984 überraschend starb, haben wir, damals 25 und 27 Jahre alt, ohne viel zu überlegen die Verantwortung für Arno Arnold übernommen und damit auch für die Mitarbeiter und ihre Familien. In dem Wissen um mehrere Generationen, die ihr Herzblut in die Firma eingebracht haben, gibt man alles, um gute Arbeit zu leisten.

Wie sieht gute Arbeit aus?

In erster Linie dafür zu sorgen, dass Arno Arnold Bestand hat, innovativ bleibt, sich weiterentwickelt und nicht nur unserer, sondern auch kommenden Generationen ein Auskommen sichert. Dabei denken wir auch an die Zukunft unserer Mitarbeiter und deren Familien. Zu einem Unternehmen gehören schließlich alle Menschen, die dort arbeiten. Für uns ist die Firma auch Familie.

Wie muss man sich das vorstellen?

Wir pflegen einen respektvollen und offenen Umgang, fördern und fordern und helfen unkompliziert, wo Hilfe nötig ist, auch im privaten Bereich. Bei uns haben auch Ältere gute Chancen. Wir sponsern Talente, zum Beispiel einen unserer Mitarbeiter, einen Weltklasse-Billardspieler. Und wir bieten sehr flexible, ganz individuell angepasste Arbeitszeiten, Homeoffice, gute Aus- und Weiterbildungsangebote und vieles mehr bis hin zum Walking-Trainer.

Und das wissen die Mitarbeiter zu schätzen?

Offensichtlich. Viele sind schon sehr lange bei uns, zum Teil über Generationen, und kommen auch mit ihren privaten Sorgen, oder sie fragen nach einem Ausbildungsplatz, Ferienjob oder Praktikum für Angehörige. Dieses Vertrauen in uns ist uns sehr wichtig.

Arno Arnold hat einen enormen Wandel erlebt und sich von der Manufaktur zum anspruchsvollen Industrie-Zulieferer entwickelt. Wie bleibt man heute innovativ?

Wir investieren mehr als marktüblich in Forschung und Entwicklung und entwickeln neue Ideen auch unabhängig von unseren Kunden, um deren Probleme schon vorab zu lösen. So entstand zum Beispiel unser Faltenbalg über Eck oder eine Abdeckung, die besonders schnell läuft, für Hochleistungsarbeiten. Oft geht es um neue Materialien oder Anwendungen, aktuell natürlich auch um Industrie 4.0.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung?

Unsere Wettbewerber im Ausland werden immer besser, bei deutlich niedrigeren Kosten. Wir haben in der M+E-Industrie ein sehr hohes Entgeltniveau. Hinzu kommen hohe Steuern, Energiekosten, Auflagen und mehr. Und das bei kurzen Investitionszeiten. Die Steigerung der Produktivität wird immer schwieriger. Und wenn ich die Produktivität um 3 Prozent erhöhe, die Löhne aber um 5 Prozent steigen, fehlen 2 Prozent, die auch bezahlt werden müssen. Sowohl der Staat als auch unsere Tarifpartner dürfen das alles nicht weiter ignorieren. Ihr Ziel kann doch nicht sein, dass immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden.

Kommt daher Ihr ehrenamtliches Engagement?

Wir stehen vor enormen Herausforderungen, allein beim Thema Industrie 4.0. Aber wir Menschen tun uns schwer mit Veränderungen. Dann folgen Blockaden, und die verhindern oft notwendige, manchmal überlebenswichtige Veränderungen. Dabei ist es so wichtig, dass man sich auseinandersetzt, ob als Tarifpartner oder auch in der Politik. Dass man miteinander ringt um die besten Lösungen und sich einigt. Das tun wir, und auch das macht durchaus Spaß.

Zur Person

Wolf Matthias Mang

  • 1957 in München geboren, verheiratet, zwei erwachsene Kinder
  • Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt
  • Geschäftsführer Arno Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender der Oechsler AG

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