Ventile, Kugelhähne und Klappen für die Chemie-Industrie

Dank Teflon: Die Armaturen von Pfeiffer am Niederrhein trotzen aggressivsten Substanzen

Die Armaturen von Pfeiffer kommen mit Säuren, Laugen, Fluorverbindungen, Chlorgas oder Flusssäure in Kontakt – denn sie regeln, ob in der Chemiefabrik viel, wenig oder gar nichts durch die Rohre fließt. Wie halten die Armaturen das aus?

Gleich sitzt es: Christian Pöppe montiert Antrieb und Steuerung aufs Ventil. Foto: Moll

Gleich sitzt es: Christian Pöppe montiert Antrieb und Steuerung aufs Ventil. Foto: Moll

Maßarbeit: Nico Schottes bei der Fertigung eines Klappengehäuses. Foto: Moll

Maßarbeit: Nico Schottes bei der Fertigung eines Klappengehäuses. Foto: Moll

In der Pfeiffer-Fertigung: Wolfgang Peters und Czeslaw Pietracz montieren Klappen. Foto: Moll

In der Pfeiffer-Fertigung: Wolfgang Peters und Czeslaw Pietracz montieren Klappen. Foto: Moll

Der Chef: Marcus Miertz legte mit seinen Armaturen entgegen dem Branchentrend deutlich zu. Foto: Moll

Der Chef: Marcus Miertz legte mit seinen Armaturen entgegen dem Branchentrend deutlich zu. Foto: Moll

Kempen. Die Weiden sind grün, die Kühe darauf schwarz-weiß. Die Weite der Landschaft am Niederrhein beflügelt offensichtlich den Erfindergeist. Denn hier baute Horst Pfeiffer Mitte der 1970er Jahre das erste innen mit Spezialkunststoff beschichtete Hubventil. „Wir waren die Ersten und sind bis heute die Einzigen, die das so machen“, betont Marcus Miertz, Geschäftsführer der Pfeiffer Chemie-Armaturenbau GmbH in Kempen.

Es war die geniale Idee, günstige Gussteile mit niedriger Korrosionsbeständigkeit von innen mit Kunststoff auszukleiden, um sie hochwertig gegen durchfließende aggressive Chemikalien zu schützen. Denn die Hubventile, Kugelhähne und Klappen von Pfeiffer sind das Herz der Chemie-Produktion. Sie regeln, ob viel, wenig oder gar nichts durch die Rohre fließt. Dabei haben es die Innenwände in der Regel mit Säuren, Laugen, Fluorverbindungen, Chlorgas oder Flusssäure zu tun.

Viel Wissen steckt auch in den selbst entwickelten Maschinen

Je nach Anwendung kommen als Schutz zwei unterschiedliche Polymere zum Einsatz. Das hochwertigste hört auf den Namen Polytetrafluorethylen, kurz PTFE und bekannter unter dem Namen Teflon. Miertz: „Wir setzen den Werkstoff überall dort ein, wo normaler Edelstahl umgehend zerfressen würde.“ Der Haken: Die Verarbeitung von PTFE verlangt viel Wissen. Dies steckt auch in den von Pfeiffer selbst entwickelten und gebauten Maschinen, auf denen Teflon verarbeitet wird.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der 200-Mann-Betrieb 35 Millionen Euro und wuchs mit seinen Armaturen um 8 Prozent – gegen den Trend: Der Weltmarkt schrumpfte um mehr als ein Zehntel. Seit 1995 gehört die Firma zum Frankfurter Samson-Konzern, dem weltweit größten Armaturenhersteller für die Chemie-Industrie.

Längst arbeiten die Pfeifer-Produkte auch in anderen Branchen. Mit ihrer Hilfe werden Insulin und Antibiotika hergestellt, aber auch Gummibärchen.Mittlerweile haben die Ingenieure eine Neuheit zum Patent angemeldet, die Beschädigungen in einer Armatur während des Betriebs feststellt. Mit dieser vorausschauenden Wartung lassen sich Anlagenstillstände vermeiden.

Übrigens: Für einen ganz besonderen Wartungsauftrag würde manch ein Mitarbeiter sofort die Weiden mit dem schwarz-weißen Rindvieh hinter sich lassen: den bei der lila Kuh – inklusive Probenahme, versteht sich. Denn auch Schokolade fließt durch die runden Produkte aus NRW.


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Pfeiffer Chemie-Armaturenbau

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Pfeiffer Chemie-Armaturenbau
Hooghe Weg 41
47906 Kempen

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