Raffinierte Beschichtung

Dank Klebstoff-Experte Kleiberit halten Oberflächen was aus

Weingarten. Die Fenster spiegeln sich auf einer makellos blitzenden Platte, die Peter Wulzinger in Händen hält. Mit einer kleinen Drehung fängt der Leiter der Anwendungstechnik bei Kleiberit Klebstoffe im badischen Weingarten die Lichtreflexe ein. Das glänzende Werkstück – vormals eine Holzplatte – ist das Ergebnis einer neuen Oberflächenveredelung, „hot coating“ genannt.

„Wir können verschiedenen Materialien wie Metall oder auch Papier eine hochglänzende Oberfläche geben, die extrem widerstandsfähig ist“, so der Experte. Auch Wind und Wetter hält das Material aus. Der Clou: Mehrschichtiges Lackieren mit Trockenzeiten und aufwendige Zwischenschliffe entfallen. Einfach Polyurethan-Schmelzklebstoff (PUR) und einen UV-Decklack für kratzfesten Spiegelglanz auftragen, fertig.

Was so einfach klingt, braucht viel Know-how: „Es stecken rund zehn Jahre Entwicklung in dem Verfahren“, verrät Wulzinger. Besonders knifflig war es, den Schmelzklebstoff so abzuwandeln, dass er nur auf einer Seite klebt.

Seit 1948 entwickelt und produziert das Unternehmen Klebstoffe für die Industrie. Diese Erfahrung zahlt sich jetzt aus. In der Produktion läuft die Klebemasse in die Gebinde und erstarrt bei Zimmertemperatur zu einem festen Block. Das Produkt ist komplett frei von Lösemitteln.

Die Beschichtung eignet sich für Fußböden und Möbel genauso wie für Fassadenbauteile

Damit die Kunden sehen, wie die Beschichtung mit dem Material funktioniert, steht in Weingarten eine Testanlage. Der Klebeblock schmilzt bei rund 130 Grad Celsius zu einer zähflüssigen Masse. Die lässt sich mit Walzen auf das gewünschte Trägermaterial auftragen. „Eine weitere Walze glättet die Oberfläche wie ein überdimensionales Bügeleisen“, erklärt Wulzinger. Ein UV-Lack als Deckschicht bringt Glanz und Tiefenwirkung.

Die Beschichtung klebt auf fast allen Oberflächen und eignet sich für Möbelbau-Elemente ebenso wie für Fußböden oder Fassadenbauteile. Das Geheimnis der widerstandsfähigen Oberfläche: „Der PUR-Schmelzklebstoff härtet zusätzlich zur physikalischen Trocknung durch eine chemische Reaktion mit Feuchtigkeit aus“, erläutert Wulzinger. „Diese Nachvernetzung macht die Oberfläche besonders haltbar.“

Gleichzeitig ist die Schicht aber nicht hart und spröde wie ein Lack, sondern bleibt ein klein wenig elastisch. Daher lässt sie sich über Kanten ziehen oder ermöglicht durchgehend fugenlose Flächen.


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