Landtechnik

Damit Pflanzen weltweit besser wachsen


Amazone setzt auf Innovation – und Ausbildung

Hasbergen-Gaste. Christoph Frömberg setzt die Messschieber an den selbstgebauten Hydraulik-Wagenheber. „Stimmt genau, alles wie in der Zeichnung.“ Er lernt Industriemechaniker beim Landtechnik-Hersteller Amazone. „Der Wagenheber war mein erstes Projekt. Ziemlich anspruchsvoll.“

Ausbildungsleiter Heinz-Werner Klose bestätigt das: „Wir fordern unsere Auszubildenden vom ersten Tag an. Schließlich sollen sie später als Fachkräfte unsere Spezialmaschinen in der gewohnt guten Qualität zusammenbauen.“

Produktion in drei Ländern

Für werthaltige und innovative Produkte ist das Unternehmen in der Tat seit langem bekannt. Die Amazone-Gruppe mit Sitz in Hasbergen-Gaste bei Osnabrück gehört zu den international führenden Herstellern in der Landtechnik, baut in Deutschland, Frankreich und Russland Dünge-, Pflanzenschutz-, Bodenbearbeitungs- und Sämaschinen für die Landwirtschaft sowie Winterdienststreuer und Grasmäher für kommunale Auftraggeber.

Vor allem die Landwirtschaft ist ein riesiger Zukunftsmarkt: Die Menschheit wächst, Ackerflächen sind begrenzt und die Ansprüche an Nahrungsmittel steigen – die Landtechnik wird immer professioneller: „Der Trend zum überbetrieblichen Maschineneinsatz durch Lohnunternehmer, Betriebsgemeinschaften und Maschinenringe wird zunehmen“, sagt Geschäftsführer Dr. Justus Dreyer, der mit seinem Vetter Christian Dreyer das Unternehmen in der vierten Generation führt.

GPS-Technologie, Sensortechnik und Roboter werden sich durchsetzen. Mit der Fachhochschule Osnabrück und der Robert Bosch GmbH hat Amazone einen autonomen Feldroboter entwickelt. Allein 100 Mitarbeiter sind in Forschung und Entwicklung aktiv, 5 Prozent des Umsatzes fließen in diesen Bereich. „Wir haben darauf stets besonderen Wert gelegt“, sagt Christian Dreyer.

Ressourcenschonung hat Priorität. Düngen, Pflanzen, Bodenbearbeitung und Säen – alles will optimal aufeinander abgestimmt sein. Dafür entwickelt Amazone Konzepte und Maschinen.

Stammbelegschaft in der Krise stabil

In dem familiengeführten Betrieb verbindet Eigentümer wie Mitarbeiter ein Vertrauensverhältnis, betont Christian Dreyer. „Dieses Wir-Gefühl macht uns stark.“ So konnte auch in der Krise die Stammbelegschaft von 1.500 Mitarbeitern gehalten werden.

Vom Metallbau über das Lackieren bis zur Endmontage liegt die Produktion fast ganz in der Verantwortung von Amazone. Die in Serie gefertigten Maschinen werden individuellen Anforderungen angepasst. Klar: In dieser Strategie hat die Ausbildung hohen Stellenwert. „Unsere Auszubildenden werden von Anfang an in die Produktionsprozesse einbezogen. Arbeiten für die Tonne gibt’s bei uns nicht“, sagt Ausbilder Klose.

Azubi Christoph nickt: Sein Wagenheber steht zu Hause nicht in der Vitrine, sondern in der Garage. „Einen Reifenwechsel habe ich schon damit gemacht.“

 

Info: Amazone-Gruppe

Im Jahre 1883 gründete Heinrich Dreyer die „Maschinenfabrik Heinrich Dreyer, Gaste bei Osnabrück“ und startete damit die industrielle Fertigung von Landmaschinen. Seine erste Getreidereinigungsmaschine nannte er „Amazone“. Maschine und Name wurden zum Erfolg, und so entstand 1915 das „Amazonen-Werk“.

Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 1.500 Mitarbeiter. Es setzte im vergangenen Jahr 290 Millionen Euro um.

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