Wachstum

Damit hier nichts explodiert


Das Unternehmen Bartec produziert Sicherheitstechnik für Gefahrenzonen

Bad Mergentheim. Schwere Gasexplosion in einem Bergwerk der chinesischen Provinz Henan: An jenem düsteren Tag vor fünf Monaten starben dort 37 Menschen.

Auch an Tankstellen und in chemischen Anlagen kann es knallen. Doch die Mitarbeiter der Firma Bartec aus Bad Mergentheim wissen, dass sich Unglücke vermeiden lassen – wenn die Betreiber auf den Explosionsschutz achten.

Bartec ist mit seinen rund 1.400 Mitarbeitern führender Anbieter industrieller Sicherheitstechnik für den Einsatz in allen explosionsgefährdeten Bereichen. Anjou Appelt, Mitglied der Geschäftsleitung, sagt: „Wir produzieren weltweit an zehn Standorten eine Vielzahl von Produkten.“

Rohre in Sibirien frostfrei halten

Dazu zählen beispielsweise Explosionsschutz-Komponenten wie Schalter, Steuerungen und Motoren für Umschlagplätze von Flüssiggas. Und Analyse- sowie Messgeräte, mit denen in Raffinerien die Qualität von Kraftstoffen überprüft wird. Außerdem explosionsgeschützte Strom-Umrichter für den Untertagebergbau und sichere Wärmetechnik, die Erdgasrohre in

Sibirien frostfrei hält.

„Gefährlich wird es immer dann, wenn Sauerstoff, ein entflammbarer Stoff und ein Zündfunke zusammenkommen“, beschreibt Appelt das Problem. „Unsere Lösungen bestehen darin, mindestens einen dieser Risikofaktoren zu vermeiden.“

Deshalb werden zum Beispiel in Bartec-Arbeitsleuchten LEDs verwendet. Dadurch kann die Stromleistung so gering gehalten werden, dass kein Zündfunke entsteht. Bartec stellt auch mobile Com­puter her, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch robust sind. Diese Geräte bestehen auch in einem rauen Arbeitsumfeld.

Kohlebergwerke in aller Welt schützen

Der Einbruch in der Krise fiel glimpflich aus. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen leichten Rückgang im Umsatz zu verkraften, ansonsten sind wir ein- bis zweistelliges Wachstum gewohnt“, so Appelt.

Bartec hat im Jahr 2010 Produkte für 240 Millionen Euro in alle Welt verkauft. Weil die Firma so viele verschiedene Lösungen für unterschiedliche Anwendungen anbietet, kann sie Auftragsschwankungen gut ausgleichen.

Inzwischen ist Bartec wieder auf Wachstumskurs. „Mit der Erholung der Weltwirtschaft nimmt auch der Bedarf an Sicherheitstechnik wieder zu“, sagt Appelt. Zum Beispiel in Kohlebergwerken in Russland, Australien und Indien, bei der Erdgas- und Erdölförderung in der Tiefsee vor Brasilien und Afrika, bei der Ölsandgewinnung in Kanada. Und natürlich auch beim Sorgenkind China, das einen traurigen Rekord bei Grubenunglücken hält.

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