Maschinenbau

Damit die Wäsche nicht gestresst wird


Jensen baut Anlagen für Großwäschereien

Harsum. Stress wegen der Wäsche? Das kennt jeder. Gestresste Wäsche kennen aber  wohl nur die Fachleute von Jensen. Denn Wäsche ist für sie nicht einfach nur schmutzig oder sauber. „Wichtig ist, dass sie nach dem Waschvorgang möglichst keinen Qualitätsverlust hat“, sagt Albert Steffen, Jensen-Prokurist sowie Sales- und Servicemanager. „Ein hoher Weißheitsgrad muss sein, aber bitte ohne Schädigung. Wir verhindern also, dass die Wäsche gestresst wird.“

Kein Wunder, denn im Hotel oder im Altenheim zum Beispiel werden die Betten zigmal häufiger gewechselt als im Privathaushalt. Oder OP-Kittel – die müssen besonders intensiv gesäubert werden. Ganz anders sieht es aus, wenn Fußmatten oder Wischmopps wieder sauber werden sollen.

In Harsum nahe Hildesheim suchen Spezialisten nach Lösungen, damit Großwäschereien weltweit möglichst wirtschaftlich arbeiten können. Die Jensen Gruppe baut komplette Wäschereisysteme.

Vorne schmutzige Wäsche rein, hinten kommt sie sauber, getrocknet und gebügelt wieder raus – exakt gefaltet, sortiert nach Größe und Namen. Jeder Arzt im OP-Saal weiß so, dass es „sein Kittel“ ist, den er trägt.

Was sich so einfach anhört, ist eine Sache für Ingenieure, Techniker  und  hochqualifizierte Facharbeiter. 

Fallkurven und Waschmechanik

Denn das Zusammenspiel aus Elektronik, Konstruktion und Mechanik sorgt in einer Waschstraße dafür, dass später in der Wäscherei alles glatt läuft. Die Ingenieure sprechen von guten Fallkurven und optimaler Waschmechanik.

Ihr Ziel ist es auch, möglichst wenig Rohstoffe und Energie zu verbrauchen. „Jeder Tropfen Wasser, der wiederverwendet werden kann, wird genutzt“, sagt Fertigungsleiter Günter Hesse. Schluckt die Waschmaschine im Privathaushalt rund 20 Liter Wasser pro Kilo Wäsche, so begnügt sich eine Waschstraße mit gerade mal drei bis fünf  Litern. Fertigungsleiter Hesse versichert, dass ein noch geringerer Wasserverbrauch möglich wäre: „Doch wir brauchen eine Restfeuchte für die nächsten Arbeitsgänge.“

Wer mit Hesse durch die neue Fertigungshalle geht, erkennt schnell, was professionelles Waschen heißt: 17 Meter lang ist  eine Anlage, die derzeit gebaut wird. Bestimmt ist sie für einen Kunden, der damit Schmutzfangmatten reinigen will. Zwölf Kammern nebeneinander, jede fasst 100 Kilogramm Wäsche, die genau 125 Sekunden rotiert oder  geschwenkt  wird.  Nach 25 Minuten sind die Matten sauber, anschließend kommen sie vollautomatisch in die Zentrifuge zum Entwässern. Der Computer überwacht, damit sich die Mitarbeiter in der Wäscherei auf optimale Ergebnisse verlassen können.

„Zwei bis drei Anlagen fertigen wir pro Woche“, berichtet Hesse. Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung an den Kunden benötigen die Harsumer gerade mal drei Wochen.

Werner Fricke

 

Auf Spezialisten angewiesen

Seine Ausbildung beginnt offiziell erst im September bei Jensen in Harsum: Jan-Hendrik Lenz absolviert ein Duales Studium – zum  Bachelor of Engineering.

„Wir brauchen diese Spezialisten dringend“, sagt Jensen-Prokurist  Albert Steffen. Die Maschinenbauer setzen auf „Eigengewächse“, die das Unternehmen und seine Kundschaft von der Pike auf kennengelernt haben. Denn das Geschäft heißt, deutlich mehr als nur eine Waschmaschine zu verkaufen. „Alles, von einzelnen Maschinen über Bearbeitungslinien bis hin zu schlüsselfertigen Projekten, liefern wir als Anbieter“, umschreibt es Steffen. „Das lässt sich nur mit Spezialisten lösen.“

WF

 

Info: Jensen-Gruppe

Die Jensen-Gruppe plant, entwickelt, produziert, installiert und wartet Maschinen und Systeme für Miettextilbetriebe, Industrie-, Zentral- sowie Krankenhaus- und Hotelwäschereien.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen 1.100 Mitarbeiter. 215 Mitarbeiter am Standort Harsum sorgen für die Entwicklung und die Produktion von Waschstraßen, Pressen und Trocknern sowie für den Vertrieb der gesamten Jensen-Produktpalette in Deutschland und Osteuropa.

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