Industrie

Continental bietet seinen Mitarbeitern jede Menge Extras – warum eigentlich?


Frankfurt. Hmmm! Laura (2) hat es sichtlich geschmeckt. „Am liebsten mag sie Nudeln, die lässt sie sich hier nie entgehen“, sagt ihr Papa Detlef Gockel. Der Maschinenbauingenieur isst mal wieder mit Frau und Töchterchen zu Mittag – im Betrieb.

Einmal im Monat ist die Frankfurter Kantine des Weltkonzerns Continental für die Familien der Mitarbeiter geöffnet. „Laura genießt es, ihren Papa dann auch im Büro zu besuchen“, sagt Gockel.

Sein Conti-Kollege Jost Wagener ist gerade zum zweiten Mal Papa geworden. Vom Betrieb bekam der Logistiker ein „Willkommenspaket“ – einen Rucksack voller Babysachen für seinen kleinen Luis.

Aktionstage mit Blutdruckmessung

Philip Wienands ist aus einem ganz anderen Grund von seinem Arbeitgeber begeistert: Er hat bei Conti gelernt, gesünder zu leben. „Inzwischen habe ich einige Pfunde verloren und richtig Spaß bekommen am Schwimmen“, erzählt der Mechatroniker, der im Dreischichtbetrieb arbeitet. In der Pause greift er jetzt statt zur Currywurst zur „Powerstulle“ mit Schinken und Salat: Ergebnis seiner Teilnahme am Conti-Programm „GO!“ (Gesunde Organisation).

Das Spektrum reicht von Vorträgen etwa zum Umgang mit Stress über Krebsvorsorge bis zur ergonomischen Beratung. „Aktionstage mit Blutdruck- oder Blutzuckermessung kommen richtig gut an“, erzählt Peter Oetken, Abteilungsleiter in der Bremssystem-Montage.

Die Teilnahme ist freiwillig, wobei Aktionen und Workshops sogar während der Arbeitszeit stattfinden (Kurse dagegen in der Freizeit).

Außerdem bietet der Betrieb  zum Beispiel Rentenberatung an, Pflegetraining für Angehörige – und sogar Reifenwechsel für Privatfahrzeuge!

Gutes Umfeld für gute Leistungen

Dass sich das lohnt, steht für Anja Maecklenburg fest. „Heute wird von jedem Mitarbeiter Hochleistung erwartet. Die kann er nur bringen, wenn das Umfeld beruflich wie privat stimmt“, sagt die Personalleiterin im Werk Frankfurt. „Wer gesund lebt und sich im Job wohlfühlt, bleibt länger beschäftigungsfähig – das wird im Hinblick auf den Fachkräftemangel immer wichtiger.“

Immer mehr Firmen versuchen daher, Bedürfnisse der Mitarbeiter mit betrieblichen Belangen in Einklang zu bringen. Pflegebedürftige Eltern etwa lassen einen Vollzeitjob oft nicht zu – „dann sind intelligente Arbeitszeitsysteme und Teilzeitangebote gefragt“, sagt Nikolaus Schade.

Der Verbandsingenieur des Arbeitgeberverbands Hessenmetall berät Unternehmen bei solchen Fragen und weiß: „Der Faktor Zeit spielt bei den Menschen eine immer größere Rolle.“

Der Conti-Logistiker und zweifache Vater Wagener ist denn auch froh über das breite Angebot des Betriebs: „Reifenwechsel und Grippeimpfung klappen hier nebenbei. Das würde mich sonst ein paar Stunden kosten – die ich viel lieber mit den Kindern verbringe.“

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