Technik

Clever gewickelt und super-beweglich


Keiner bietet mehr Vielfalt bei Edelstahlschläuchen als Senior Berghöfer

Kassel. Rasend schnell saust der dünne Draht über die Maschinenrollen, um sich mit anderen Drähten zu verweben. Das feine Geflecht wird zu einer schützenden Außenhülle für Schläuche aus Edelstahl. Und die werden fast überall gebraucht. Bei Senior Berghöfer in Kassel wird Edelstahl deshalb gleich tonnenweise verarbeitet.

Mit Massengeschäft hat das alles dennoch wenig zu tun. „Wir verkaufen vielmehr technische Lösungen für fast jede Branche und fertigen unsere Schläuche dann auch in kleinen Auflagen“, so Geschäftsführer Andreas Brand.

Das Unternehmen wurde vor über 100 Jahren gegründet und ist heute mit 300 Mitarbeitern der zweitälteste Schlauchproduzent Deutschlands. „Im Hinblick auf Bandbreite und Produktionstiefe, vom Edelstahlcoil übers Rohr bis zum Geflecht und der Schweißtechnik, gehören wir weltweit zu den Spitzenanbietern“, meint Brand.

Obwohl komplett aus starrem Metall gefertigt, sind die Schläuche extrem beweglich. Das dünne Edelstahlband wird zu Rohren geformt, gewellt und mit Edelstahldrahtgeflecht umwoben. So halten sie jahrzehntelang höchstem Innendruck, extremen Temperaturen und aggressiven Stoffen stand, ob in Kraftwerken, in Chemie-Anlagen, Heizungen oder Lkw-Motoren.

Vorreiter bei erneuerbaren Energien

Bereits vor einigen Jahren hatte der frühere Geschäftsführer Karl-Heinz Bartling das Unternehmen „auf mehrere solide Standbeine“ gestellt. Er ist überzeugt: „Wären wir nur Automobil-Zulieferer, hätten wir es in der Krise schwer gehabt.“

Gerade im Hinblick auf den Umweltschutz hat das Unternehmen viel zu bieten, so sein Nachfolger Brand: „Bei den erneuerbaren Energien haben wir sogar eine Vorreiterrolle in Deutschland und für abgasarme Motoren, die immer höhere Normen erfüllen müssen, sind unsere Produkte perfekt.“ Besonders wichtig ist dabei die hohe Kunst des Schweißens.

„Es ist gar nicht so einfach, die Schläuche mit einer ganz gleichmäßigen Naht so an die Anschlussteile zu schweißen, dass abso-lut nichts entweichen kann“, erklärt Alexander Schmidt.

Der Schweißer mag seinen anspruchsvollen Job: „Auch wenn es manchmal anstrengend ist, macht er mir wirklich Spaß.“

Ömer Demirhisar bedient eine der großen Flechtmaschinen. Je zwölf dünne Edelstahldrähte werden dort zu Litzen verwirkt und dann zum stabilen Edelstahldrahtgeflecht geflochten. Auch er ist sichtlich stolz auf seine Arbeit: „Schließlich produzieren wir hier 1a-Qualität.“

„Alle bleiben an Bord“

2008 wurden so 42 Millionen Euro Umsatz erzielt. Im Krisenjahr 2009 sank er auf 32 Millionen. Kurzarbeit war die Folge. Jetzt arbeitet die Produktion wieder voll. Einige Leihkräfte sind im Einsatz.

Nur bei den Angestellten gibt es noch Einschränkungen. Brand: „Wir sind mehr, als wir im Moment brauchen. Aber wir glauben an unsere Zukunft und solides Wachstum, schon durch anspruchsvollere EN-Normen und steigendes Umweltbewusstsein in den Schwellenländern. Deshalb bleiben alle an Bord.“

Maja Becker-Mohr

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