Fachkräfte

Clever, flexibel, entschlossen


In dieser Fabrik sind auch Quereinsteiger willkommen

Langenfeld. Bahn frei: Wenn Sabine Vieten anrückt, machen ihre Kollegen an der silbergrauen Produktionsanlage Platz. Dann zückt die junge Frau mit den blonden Haaren ihre Bohrmaschine, es surrt und klappert, Schrauben lösen sich. Mit rasantem Tempo rüstet sie die Anlage um. Für einen neuen Auftrag.

Die Maschineneinrichterin arbeitet bei Geberit in Langenfeld, einem Schweizer Konzern, der im Rheinland Fittings aus Metall herstellt. Fittings sind Rohrverbindungsstücke, die überall dort zum Einsatz kommen, wo Wasser fließt. Zum Beispiel im Bad und in der Toilette.

Geberit ist Europas Marktführer in der Sanitärtechnik. Seine Kernprodukte sind unter anderem Spülkästen und Rohrleitungssysteme.

Beruflicher Neustart

Wenn man bei diesen Spülkästen die Spartaste betätigt, benötigen die Toiletten pro Spülung gerade mal drei Liter Wasser. Zum Vergleich: Durch die älteren Klos, die in Millionen von deutschen Haushalten eingebaut sind, rauschen  bis zu zwölf Liter in den Abfluss.

Alle haben eins gemein: Sie brauchen einen Wasser- und Abwasseranschluss. Und die Anlage, die Vieten soeben umgerüstet hat, setzt den Rohrverbindungsstücken etwas auf, das die Installation auf der Baustelle erleichtert.

Heutzutage verpresst der Installateur die einzelnen Rohre und Fittings mit einem Spezialwerkzeug. Doch hat er auch keine Verbindungsstelle übersehen? Die Kontrolle ist jetzt ganz leicht: Dank einer Geberit-Neuheit sieht man schnell, ob alles in Ord­nung ist. Der Clou: Auf jedem Formstück steckt ein Schrumpfschlauch aus Kunststoff – er platzt beim Verpressen. Das kleine Ding hat sich zum Verkaufshit entwickelt – und sorgt mit dafür, dass bei Geberit auch in diesen Zeiten die Auftragsbücher voll und die Jobs sicher sind.

In dieser Firma sind auch  Quereinsteiger willkommen. Wie Sabine Vieten. Sie fing hier vor vier Jahren als normale Produktionsmitarbeiterin an, angeheuert von einer Zeitarbeitsfirma. Jetzt ist sie Maschineneinrichterin und bei Geberit fest angestellt.

Mark Gansloser war früher Werkzeugmacher und Maschinenführer. Wegen seiner Rückenprobleme ließ er sich zum Werkstoffprüfer umschulen und bewarb sich bei Geberit. Heute lässt er im Labor Apparaturen mit einer Kraft von bis zu 100 Tonnen an den Rohrenden zerren.

Bester Lehrling in seinem Fach

Solche Fachkräfte sind begehrt. Doch viele gehen stramm auf die Rente zu. „Wir haben ein Durchschnittsalter von über 45 Jahren“, sagt Ulrich Wagner, der Chef des Langenfelder Werks. „In den nächsten 15 Jahren werden wir knapp ein Drittel unserer Belegschaft verlieren.“ Deshalb bildet es verstärkt aus: In den kommenden Jahren soll die Zahl der Lehrlinge von jetzt 20 auf 30 steigen.

Thomas Daniel gehört zu den Nachwuchskräften, auf die Wagner setzt. Der Mann  fährt eine 400-Tonnen-Presse. Rohrstück rein, Fitting raus: Das grüne Kraftpaket hinter ihm bringt pro Schicht 8.000 Teile in Form.

Der Motorradfahrer ist ein besonderer Glücksgriff: 2009 war der Maschinen- und Anlagenführer in seinem Fach Deutschlands bester Azubi.


Info: Geberit Mapress GmbH

Das Langenfelder Werk hat 700 Mitarbeiter und produziert Rohrverbindungsstücke wie etwa Muffen, Bögen und  T-Stücke. Die Geberit Mapress GmbH gehört zum Schweizer Sanitärtechnik-Konzern Geberit mit weltweit 5.700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Zu den Produkten gehören Innengarnituren für WCs ebenso wie Spülkästen, Apparateanschlüsse und Hausentwässerungssysteme.

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