Hier arbeiten nur Spezialisten

Chemiefirma Hapila entwickelt und optimiert Verfahren für die Wirkstoff-Produktion

Wenn es um die Synthese komplexer Wirkstoffe geht, sind die Spezialisten der Firma Hapila gefragt. Ob einige Gramm oder Kilo im Jahr, ob Arzneien oder Feinchemikalien: Der Mittelständler arbeitet für Auftraggeber in ganz Europa.

Profis: Nicole Duckwitz und Chris Mühlnikel produzieren Wirkstoffe. Foto: Sturm

Profis: Nicole Duckwitz und Chris Mühlnikel produzieren Wirkstoffe. Foto: Sturm

Gera. Was auf den ersten Blick nach Laborarbeiten aussieht, ist tatsächlich Produktion: Beim mittelständischen Synthesespezialisten Hapila in Gera (Thüringen) werden für europäische Arzneimittelfirmen pharmazeutische Wirkstoffe gefertigt.

„Wir haben vier zertifizierte Wirkstoffe im Portfolio“, sagt Hapila-Geschäftsführer Uwe Müller. Die Mengen der komplexen und hochpreisigen Stoffe reichen von wenigen Gramm bis zu einigen Kilo im Jahr. Hinzu kommen Auftragsproduktionen – auch in der Feinchemie.

Die Produktionsbedingungen unterliegen den Regeln der Good Manufacturing Practice (GMP) für pharmazeutische Wirkstoffe, angelehnt an die Standards der Pharmaherstellung.

Das ist nur ein Teil der Firmenaktivitäten: Im Zentrum der Arbeit der 20 hoch qualifizierten Beschäftigten steht die Entwicklung der Herstellverfahren zur Synthese pharmazeutischer Wirkstoffe für Auftraggeber in ganz Europa. „Zurzeit arbeiten wir etwa in einem Konsortium mit Universitäten und wissenschaftlichen Instituten an der Entwicklung eines Tuberkulose-Medikaments“, erklärt Müller eines der vielen Projekte. Der Part von Hapila: das Verfahren zur Herstellung entwickeln, optimieren und den hochreinen Wirkstoff liefern.

Außer um Synthesen kümmern sich die Thüringer auch um die Aufreinigung solcher Wirkstoffe und um das sogenannte Partikeldesign. „Dabei geht es um die Gestaltung der physikalischen Eigenschaften der Kristalle wie etwa die Korngröße“, so Müller. Wichtig ist das etwa für die Freisetzung des Wirkstoffs von Wirkstoffpflastern.

Hapila ist vor zehn Jahren als Start-up gegründet worden, mittlerweile ist das Unternehmen in der Branche etabliert.

     


Schon gewusst?

Wie Synthesen funktionieren

  • Der Begriff Synthese kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet in etwa Verknüpfung. Aus unterschiedlichen, oft weniger wertvollen Materialien entsteht ein neuer, hochwertigerer Stoff.
  • Bei einer Synthese werden Schritt für Schritt neue, oft hochkomplexe Moleküle erschaffen, indem zwei oder mehr Stoffe miteinander oder nacheinander zur Reaktion gebracht werden.
  • Jeder Schritt des Verfahrens erfordert besondere Bedingungen: zum Beispiel die Zugabe von Lösungsmitteln oder Katalysatoren, hohe Temperaturen oder einen bestimmten Druck.
  • Ein bekanntes Syntheseprodukt ist beispielsweise der Wirkstoff des Medikaments Aspirin, die Acetylsalicylsäure.

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