Konjunktur

Chemie-Branche in Rheinland-Pfalz verzeichnet weniger Umsatz

Mitreden: Wer Prozesse gestalten will, muss sich auskennen. Foto: BASF

Ludwigshafen. Weniger Export, weniger Erlöse: In den ersten acht Monaten 2015 sank der Umsatz der heimischen Branche um 4,2 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, so die Chemieverbände Rheinland-Pfalz.

„Das ist das stärkste Minus seit dem Krisenjahr 2009“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernd Vogler. Grund sei der Einbruch im Export um 7 Prozent: „Wir haben 70 Prozent Auslandsquote. Das schlägt natürlich voll durch.“ Eine Besserung sei nicht in Sicht: „56 Prozent und damit mehr als die Hälfte unserer Mitglieder erwarten für 2015 keinen Zuwachs beim Ertrag“, resümiert Vogler.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit 46.101 im Jahresschnitt (minus 0,8 Prozent) relativ stabil. Sollte es mittelfristig jedoch bei einer Talfahrt der Umsätze bleiben, sei dies „nicht ohne Folgen für die Beschäftigung“.

Die Politik muss bessere Bedingungen schaffen

„Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die Wirtschaft immer floriert und unser Wohlstand selbstverständlich ist“, mahnt Harald Schaub, Vorsitzender des Verbands. Die Bedingungen im globalen Wettbewerb seien hart, dazu kämen vermehrt Regulierung oder Verschärfung von Gesetzen. „Die Politik muss endlich bessere und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.“

Auch das allgemeine Wissen über ökonomische Belange sei wichtig: „Wir brauchen das Fach Wirtschaft in der Schule“, so Schaub. Rheinland-Pfalz sei das einzige Land ohne entsprechendes Angebot an Gymnasien: „Wer bei Dingen wie dem Freihandelsabkommen TTIP mitreden will, muss wissen, worum es dabei geht.“

Unseren Wohlstand und die Freiheit verdanken wir der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der Sozialen Marktwirtschaft. Schaub: „Dieses Grundverständnis fehlt aber immer häufiger.“


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