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Alles für das smarte Leben

Chef-Interview mit Thomas Jäger von Jäger Direkt in Heppenheim

Mit 25 Jahren ein Unternehmen gegründet, heute Chef von 280 Mitarbeitern. Thomas Jäger vom Elektro-Systemlieferanten Jäger Direkt spricht über seine Träume, die Digitalisierung und das Vertrauen in gute Leute.

Innovativ: Thomas Jäger will mit Funk- und Schaltertechnik auch alte Gebäude unkompliziert für die digitale Zukunft fit machen. Fotos: Scheffler, Adobe Stock

Innovativ: Thomas Jäger will mit Funk- und Schaltertechnik auch alte Gebäude unkompliziert für die digitale Zukunft fit machen. Fotos: Scheffler, Adobe Stock

Im Gespräch: Ralf Rosenblatt, Teamleiter Warenausgang, und Thomas Jäger. Foto: Scheffler

Im Gespräch: Ralf Rosenblatt, Teamleiter Warenausgang, und Thomas Jäger. Foto: Scheffler

Gut drauf: Benjamin Keil, Teamleiter Produktion, bei der Hochleistungsprüfung einer Kabeltrommel. Foto: Scheffler

Gut drauf: Benjamin Keil, Teamleiter Produktion, bei der Hochleistungsprüfung einer Kabeltrommel. Foto: Scheffler

Heppenheim. Er ist smart, gut drauf und hat schon Großes geleistet: 1990, mit 25 Jahren, verwirklichte Thomas Jäger gemeinsam mit Franz-Josef Fischer und zwei weiteren Partnern den Traum vom „etwas anderen“ Unternehmen. Sie gründeten in einer Garage Jäger Direkt und entwickelten einen Systemlieferanten für elektrotechnische Lösungen.

Inzwischen zählt die Firma 280 Mitarbeiter, hat zwei Tochterunternehmen im Ausland und eine hochmoderne Fabrik in Heppenheim. AKTIV sprach mit Thomas Jäger, geschäftsführender Gesellschafter von Jäger Direkt, über Träume und wie sie wahr werden.

Was ist bei Jäger Direkt anders?

Mein Onkel Franz-Josef Fischer und ich hatten die Idee, Elektrikern neben einzelnen Produkten auch komplette Lösungen in hoher Qualität und der nötigen Prozessunterstützung anzubieten – von Schaltern, intelligenten Steuerungen und LED-Konzepten bis zur Stromversorgung auf der Baustelle. Statt über den Großhandel nahmen wir den direkten Weg zum Elektrofachbetrieb und konnten so günstiger und flexibler anbieten.

Und das Konzept ging schnell auf?

Ja, besser und schneller als von uns erwartet. Wir haben inzwischen über 20.000 Kunden im Elektrohandwerk. Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum erfolgte dann der Spatenstich für unsere neue Fabrik in Heppenheim. Hierdurch haben wir eine noch größere Leistungsfähigkeit und können die Chancen des digitalen Wandels noch besser für uns und unsere Kunden nutzen. Modernste Technik und Menschen, die für das brennen, was sie tun, ist die Basis für Innovation made in Südhessen.

Wie realisiert man solche Träume?

Mit guten Partnern, nicht zuletzt bei den Banken. Mit guten Mitarbeitern, die man respektvoll behandelt und auf ihrem Weg unterstützt. Mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und sicher nicht mit einem Acht-Stunden-Tag. Wir fragen uns nicht, ob etwas geht, sondern: Wie geht es? Dies ist die richtige Geisteshaltung, um uns im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Am Ende sind es die deutschen Tugenden in Verbindung mit unserer Odenwälder Bodenständigkeit und dem Gut-drauf-Spirit, die uns einzigartig machen.

Was ist der aktuelle Traum?

Bis 2025 wollen wir die Top-Eins-Marke für professionelle Smart-Building-Lösungen sein und über eine Million Gebäude und Wohnungen nachhaltig smart-ready ausgerüstet haben. Mit den Nachrüstsätzen unserer Marke Opus, einem Baukastensystem, hat jeder Nutzer die Möglichkeit, sein Gebäude Schritt für Schritt bedarfsorientiert zu vernetzen – bis zur Steuerung per Smartphone, Tablet oder PC. Eines unserer Basisziele ist dabei stets, dass sich die Investitionen über die Kosteneinsparungen oder den Zusatznutzen selbst bezahlen. Seit 15 Jahren arbeiten wir an diesem Konzept, und erst mit den neuesten Lösungen haben wir den Durchbruch geschafft. So setzen immer mehr Bauträger, Architekten und Energieversorger sowie Unternehmen und private Bauherren auf unsere Technik und sorgen für volle Auftragsbücher.

Sie setzen voll auf Digitalisierung?

Ja. Das ist nicht nur einer der Megatrends unserer Gesellschaft, sondern gleichzeitig die große Chance, dass wir Deutschland weiterhin gut in der Weltwirtschaft positionieren können. Als Hochlohnmarkt können wir uns nur über Innovationen und den Mut, Vorreiter zu sein, behaupten. Smart Home, Smart Building, Smart Living und das Internet der Dinge, kurz: IoT, sind die Themen, die uns beschäftigen und mit denen wir einen kleinen Teil dazu beitragen wollen.

Keine Angst vor Datenmissbrauch und Cyber-Kriminalität?

Natürlich arbeiten wir mit einem Höchstmaß an Sicherheit, und die Anlagen müssen so ausgelegt sein, dass Unbefugte keinen Zugang haben. Dennoch gibt es im Leben nirgends absolute Sicherheit. Fakt ist jedoch auch, dass Versicherungen beginnen, Smart-Building-Integrationen mit Zusatzrabatten zu belohnen, da die Schadensquoten sinken. Erste Statistiken lassen den Verdacht zu, dass Einbrecherbanden smarte Installationen meiden, da sie bei normalen Gebäuden schneller an ihr Ziel kommen, und dies mit weniger Risiko, entdeckt zu werden.

Was ist Ihr ganz persönliches Ziel?

Ich bin jetzt 53 Jahre alt. Jäger Direkt gibt es seit fast 30 Jahren. Ich würde gerne mit 75 gesund und glücklich das 50-jährige Firmenjubiläum feiern und in dieser Zeit einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland eine tragende Rolle in der Digitalisierung und im Umweltschutz einnimmt.

Zur Person

Thomas Jäger

  • 1965 in Heppenheim geboren, verheiratet, zwei Kinder
  • Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann
  • Ausbildung im Handwerk
  • 1990 Gründung von Jäger Direkt in Fürth mit Franz-Josef Fischer, Horst Rettig und Kori Landzettel
  • Weiterentwicklung von Jäger Direkt zur Firmengruppe für elektrotechnische Lösungen

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