Globalisierung

Chancen und Risiken in China


Produktion bei Sartorius: „Wichtig war, sich viel Zeit für die Auswahl der Mitarbeiter zu nehmen.“ Foto: Werk

Viele Mittelständler tun sich nach wie vor schwer – Sartorius als Gegenbeispiel

Göttingen. Globalisierung – das ist für den Labortechnik-Anbieter Sartorius AG keine neue Entwicklung. „Unsere Firma gibt es seit dem Jahr 1870“, sagt der Vorstandsvorsitzende Joachim Kreuzburg, „und schon fünf Jahre später haben wir die ersten Waagen in die USA verkauft, nach Philadelphia.“

Früh reagiert hat das in Göttingen ansässige Unternehmen auch auf den Aufstieg Chinas in den letzten Jahren. „Seit 1995 produzieren wir vor Ort“, berichtet Kreuzburg.

Preise und Margen wie im Westen

300 von weltweit 4.500 Mitarbeitern beschäftigt Sartorius im Reich der Mitte. Und rund 40 Millionen Euro von weltweit 660 Millionen Umsatz kommen aus China. Das ist bemerkenswert. Denn obwohl kein Land international so vernetzt ist wie Deutschland, scheitern Studien zufolge vier von zehn Mittelständlern bei ihrem Versuch, in fremden Märkten Fuß zu fassen.

Für Kreuzburg war es im Rückblick am wichtigsten, dass man sich für die Auswahl der Mitarbeiter vor Ort viel Zeit genommen hat. „Wir haben sie in Göttingen sehr intensiv qualifiziert und schnell zu echten Sartorianern gemacht“, erzählt der Konzern-Chef.

Schließlich sei es entscheidend, dass sich die Qualität der Geräte von den Billiganbietern vor Ort abhebt. „Dann kann man auch in China Preise und Margen auf westlichem Niveau erzielen.“

Produktpiraterie, den Diebstahl von Design und Technik der Produkte, kennen auch die Göttinger. „Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen“, rät Kreuzburg. „Wichtig ist es, sich richtige Kniffe einfallen zu lassen.“

Geholfen hat Sartorius dabei der enge Kontakt zur Deutschen Management Akademie in Celle. Sie qualifiziert Fach- und Führungskräfte für den Einsatz auf internationalen Märkten.

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