Meine Firma im Miniformat

Bringt Spaß zu Hause und am Arbeitsplatz: Die eigenen Produkte als Spielzeug


Marktoberdorf/Aschaffenburg/Ingolstadt. Klappspiegel, gefederte Vorderachse und dicke Gummireifen: An dem Minischlepper aus dem Firmen-Shop des Allgäuer Traktoren-Herstellers Fendt in Marktoberdorf ist alles dran – obwohl das Modell nur knapp 15 Zentimeter misst.

Bis auf Größe und PS gleicht das grün lackierte Sammlerstück dem großen Bruder draußen auf dem Feld. Der ist 4,15 Meter lang und kann vier Tonnen ziehen.

Wie Fendt bieten viele Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie Werbeartikel an. Nicht nur für Kunden, sondern auch für Mitarbeiter, um die Bindung an die Firma zu stärken.

400 Artikel hat Fendt im Programm

Fendt fing mit klassischen Werbeartikeln an: Kugelschreiber, Käppi und T-Shirt. Daraus ist schnell mehr geworden. Rund 400 verschiedene Produkte umfasst das aktuelle Sortiment, das die Firma im Fan-Shop am Stammsitz verkauft.

Ob Schlüsselanhänger, Kaffeetasse, Bettwäsche oder ein Trettraktor: Alles trägt das Logo der Landmaschinen-Marke. „Viele unserer Mitarbeiter decken sich hier mit Geschenken für ihre Familie und Freunde ein“, erklärt Raphaela Schwarz, die Produktmanagerin für Fendt-Werbeartikel.

Für die Kleinsten gibt’s Schnuller und den „Kuschel-Elefendt“ aus Plüsch

Fendt verkauft sogar Freizeitmode und hat eine LandhausKollektion mit Firmen-Logo auf Dirndl und Lederhose. An die Kleinsten wird ebenfalls gedacht: mit Strampler, Schnuller und dem „Kuschel-Elefendt“.

Auf Markenbindung mit einem Mitarbeiter-Shop setzt auch der Gabelstapler-Hersteller Linde Material Handling in Aschaffenburg.

Emil Schneider, der Marketing-Leiter für Deutschland, freut sich über die gute Resonanz auf den Laden: „Was kann man sich Besseres wünschen, als dass sich die Mitarbeiter in der Freizeit mit der Firma beschäftigen und Freunden unsere Produkte im Kleinformat zeigen.“ Linde geht mit dem Angebot im Shop auf Wünsche von Mitarbeitern und Kunden ein: Im Sommer gibt’s Grillschürzen und Golfbälle.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat das Unternehmen ein Tipp-Kick-Spiel mit dem Schriftzug von Linde auf der Bande herausgebracht. Schneider: „Das wird auch 2014 zur WM in Brasilien der Renner.“

„Mancher stolze Opa kommt im Ruhestand mit seinem Enkel zum Einkaufen hier vorbei“

Die Klassiker sind die Mini­stapler. Liebhaberstücke für Sammler kosten bis zu 60 Euro, die Edition aus Plüsch oder Metall ist für ein Zehntel des Betrags zu haben. Schneider berichtet: „Mancher stolze Opa kommt im Ruhestand mit seinem Enkel zum Einkaufen hier vorbei.“

Schneiders Lieblingsprodukt ist das Elektro-Kart, ein ferngesteuertes Rennfahrzeug im Maßstab eins zu acht. „Das ist richtig schnell.“ Deshalb fährt Schneider damit lieber zu Hause als in der Firma auf dem Gang.

Zwei Firmen-Shops hat Audi. Einen im Audi Forum Ingolstadt und einen in Neckars­ulm. Mitarbeiter bekommen dort Vergünstigungen. Sämtliche Produkte werden von Audi entwickelt – von Taschen bis zum Poloshirt und den kleinen Audi-Modellen.

Insgesamt 11.000 Stück gingen 2012 über den Ladentisch. Kommt ein neues Modell in Groß heraus, steht es auch bald im Shop – in Klein. „Mitarbeiter kaufen gerne die Modelle im Maßstab 1 zu 43, und zwar das Modell, an dem sie im Werk arbeiten, oder den Audi, den sie gerade fahren“, sagt Carola Hujo, Leiterin des Shops. „Heiß begehrt ist auch der kleine Junior quattro, mit diesem Gefährt ist schon der Nachwuchs mobil.“

Foto: Hays

Interview

„Zugehörigkeit zeigen“

Was schafft Verbundenheit zum Unternehmen? Der Personaldienstleister Hays in Mannheim hat das in einer Studie untersucht. Fragen an Marketing-Leiter Frank Schabel.

Welche Rolle spielt Mitarbeiterbindung?
Angesichts der Probleme, qualifizierte Fachkräfte zu finden, ist es entscheidend für Unternehmen, eben solche Mitarbeiter – sobald sie an Bord sind – auch dauerhaft zu halten.

Wie gelingt das?
Wichtig ist Wertschätzung und dass das Betriebsklima stimmt. Beides steht für die Beschäftigten noch vor dem Gehalt und dem guten Ruf des Arbeitgebers.

Was spricht die Mitarbeiter besonders an?
Jüngere suchen vor allem anspruchsvolle Projekte und gute Perspektiven für die Karriere. Der Generation 50 plus hingegen sind ein sicherer Arbeitsplatz wichtig sowie Angebote zur Gesundheitsförderung.

Welche Bedeutung haben Firmen-Shops?
Sie fördern das Wir-Gefühl. Wer gern im Unternehmen arbeitet, trägt auch in der Freizeit mal ein Käppi oder T-Shirt mit dem Logo seines Arbeitgebers. Oder er kauft Produkte des Unternehmens im Miniformat als Spielzeug für seine Kinder. Einfach weil er den Betrieb mag und das auch nach außen zeigen will. Zum Beispiel in der Familie und im Freundeskreis.

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