Famlienunternehmen

Brau-Technik für Genießer


Kaspar Schulz liefert Produktionsanlagen für regionales Bier – und Atmosphäre

Bamberg. Es muss nicht immer Heineken, Krombacher oder Beck’s sein. So denken jedenfalls Millionen passionierte Biertrinker weltweit. Statt zu internationaler Massenware greifen sie lieber regelmäßig zu regionalem Gebräu – und fördern damit auch das Geschäft des traditionsreichen Brauereitechnik-Herstellers Kaspar Schulz.

Das Bamberger Familienunternehmen produziert mit 90 Mitarbeitern industrielle Komplett-Anlagen bis zu einer Kapazität von 40 Millionen Litern im Jahr. Kunden sind ausschließlich kleine und mittelgroße Brauereien, die ihr Bier regional vermarkten. „Große Industrie-Anlagen sind eine andere Dimension“, erklärt der Geschäftsführer und Inhaber Johannes Schulz-Hess.

Er leitet den Betrieb mittlerweile in zehnter Generation. Im Jahr 1677 begann der Firmengründer Christian Schulz mit der Produktion von Braupfannen aus Kupfer. Und auch noch heute wird ausschließlich in der alten Bierstadt Bamberg gefertigt. „Wir sind hier Teil der Bier-Kultur, in der Stadt tief verwurzelt, und wir werden sie nie verlassen“, sagt der junge Chef mit Stolz.

Kunden in Singapur und Addis Abeba

Die große Erfahrung im Bearbeiten von Kupfer ist nach wie vor von Bedeutung. Zwar sind die modernen und größeren Anlagen aus Edelstahl – aber die zum Hochglanz polierten Kupferhauben sind der Renner in einem anderen Geschäftsfeld: der Brauhaus-Gastronomie.

Die funkelnden Hingucker, die in jedem Wirtshaus eine gemütliche Brauhaus-Atmosphäre verbreiten, sind aus dem Angebot nicht mehr wegzudenken. Und sie sind ein Exportschlager: Mehr als 250 solcher kleiner, aber feiner Brau-Anlagen mit einer Kapazität bis zu 3.000 Litern stehen in über 50 Ländern. Darunter sind illustre Standorte wie Monaco, London, Addis Abeba, Shanghai und Singapur. Acht von zehn Aufträgen kommen mittlerweile aus dem Ausland.

Von Vorteil für das Exportgeschäft ist der sehr gute internationale Ruf des deutschen Biers. „Wenn sich ein Kunde auch noch die Mühe macht, uns hier in Bamberg zu besuchen, und wenn er dann die Stadt, die Bier-Kultur und unsere Produktion sieht, dann haben wir gute Karten“, berichtet Schulz-Hess.

Die Firma Kaspar Schulz hat sich im oberen Preissegment etabliert. „Eine Biersorte sollte immer gleich schmecken – und nur eine sehr gute Anlage gibt dafür die Garantie“, beschreibt der Geschäftsführer seinen Anspruch. Auch deshalb schauen in Bamberg sieben eigene bierkundige Diplom-Braumeister den Ingenieuren bei der Kons­truktion über die Schulter.

Um auch im Service zu überzeugen, liefert man schlüsselfertige, passgenaue Anlagen aus einer Hand. Mitarbeiter reisen für mehrere Wochen bis nach Kolumbien, um Sudkessel, Tanks und Steuerung zu installieren.

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