„WorldSkills“

BMW-Modellbauer strebt eine Medaille bei der Berufe-Weltmeisterschaft an


Perfekt sortiert: Christian Steger mit seiner für den Wettbewerb gebauten Werkzeugkiste. Foto: Schulz

München. Die Konkurrenz kommt aus Japan, Taiwan, Singapur, Thailand, Indonesien und der Schweiz: Gegen sechs Wettbewerber in der Disziplin Prototypenbau will sich Christian Steger (19) bei den „WorldSkills“, der Weltmeisterschaft der Berufe, in Leipzig durchsetzen.

Denn der niederbayerische BMW-Mitarbeiter reist nicht nur zum Spaß nach Sachsen, sondern auch mit viel Ehrgeiz. „Ich werde mein Bestes geben“, verspricht der technische Modellbauer für Karosserie und Fahrzeugtechnik. „Sonst hätte ich die falsche Einstellung.“ Sein Ziel: eine Medaille.

46 Disziplinen gibt es bei der Weltmeisterschaft

Wie bei Olympischen Spielen gibt es für die drei Besten in jeder Disziplin Plaketten aus Gold, Silber und Bronze. Insgesamt messen sich vom 2. bis 7. Juli in Leipzig mehr als 1.000 junge Fachkräfte im Alter bis 22 – in 46 Disziplinen von der Restaurant-Fachkraft bis zum Metallbauer.

Gut zweieinhalb Monate hat sich Steger vorbereitet: an seinem Arbeitsplatz in der Abteilung „Entwicklung Design“ von BMW in München. Dort hat er etliche Prototypen eines kleinen Projektors (Beamer) mit angedocktem Smartphone gefertigt – beide „Geräte“ aus dem Kunststoff Polyurethan. Das ist auch die Aufgabe für die Weltmeisterschaft.

„Ich habe die Zeit gestoppt“, erzählt Steger. „Es wird knapp, aber es soll ja eine Herausforderung sein.“ An den vier Wettkampftagen muss alles in insgesamt 20 Stunden fertig sein – von der dreidimensionalen Konstruktion am Computer bis zum Bau mit Stemmeisen, Fräsmaschine, Spachtel, Schleifpapier und Lackierung.

„Am Schluss kommen noch Aufkleber drauf für Linse und Lüftungsschlitze“, sagt Steger. Denn wie die Fahrzeugmodelle, die er im BMW-Designstudio baut, soll auch der Prototyp des Beamers wie ein echtes Produkt aussehen.
Die Übungsstücke unterscheiden sich erheblich von dem, was die Teilnehmer im Wettkampf erwartet. „Das können andere Maße sein oder eine veränderte Position der Andockstation für das Smartphone“, erklärt Steger.

Bewertet werden nicht nur präzises Arbeiten, sondern auch Design und Farbgestaltung. Joachim Greipl, der BMW-Ausbildungsleiter im Modellbau, ist zuversichtlich: „Christian ist sehr motiviert, handwerklich stark und kann sich unglaublich gut konzentrieren.“

Konzentration ist wichtig, um sich nicht von den vielen Zuschauern in Leipzig ablenken zu lassen. „In der Woche werden insgesamt 250.000 Besucher erwartet“, sagt Steger.

Er ist schon ein wenig aufgeregt. Aber er kann sich in die Arbeit vertiefen: „Dann bekomme ich von dem Drumherum kaum etwas mit.“

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Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Nach einer Berufsberatung habe ich festgestellt, dass Modellbauer das Ideale für mich ist. Es folgte meine Ausbildung bei BMW.

Was reizt Sie am meisten?

Sowohl das handwerkliche Arbeiten als auch das Arbeiten mit Maschinen. Zudem kann ich viel tüfteln. Und immer neue Anforderungen bringen Abwechslung.

Worauf kommt es an?

Auf Feingefühl, gutes Vorstellungsvermögen und Präzision. Alles muss termingerecht fertig sein, und die Qualität muss stimmen.

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