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Gemeinsam durch dick und dünn

Betriebsklima: Was jeder für gute Stimmung im Job tun kann

Reden, Respekt zeigen, gemeinsame Mittagspausen – oft können schon Kleinigkeiten den Spaß an der Arbeit erhalten und wiederbringen. Eine Expertin gibt Tipps, was jeder Einzelne für eine gute Stimmung im Betrieb tun kann.

Gute Laune im Job: Die findet man besonders dort, wo Kollegen füreinander einstehen. Foto: Adobe Stock

Gute Laune im Job: Die findet man besonders dort, wo Kollegen füreinander einstehen. Foto: Adobe Stock

Düsseldorf. Die gute Nachricht zuerst: Neun von zehn Beschäftigten sind bei uns mit dem Betriebsklima an ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Das zeigt die große EU-Umfrage EWCS.

Man könnte sich also jetzt zurücklehnen und denken: Dann muss ich mich ja auch nicht groß dafür einsetzen. Stimmt aber nicht!

Oft reichen schon Kleinigkeiten, um mit Lust und Laune ans Werk zu gehen

Der Spaß im Job kann schnell verloren gehen. Wenn etwa die Kollegen einem die Unterstützung versagen. Dann stürzt hierzulande die Stimmung geradezu ab, um 29 Prozentpunkte. Kein anderer Aspekt wirkt sich so drastisch aus.


„Jeder kann etwas tun, damit es so weit gar nicht kommt“, weiß Anika Peschl. Als Sozialwissenschaftlerin sammelt sie dazu Erkenntnisse am Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf – und stellt fest: „Gute Stimmung zwischen Kollegen lässt sich mit einfachen Mitteln erhalten und ausbauen.“

  • Respekt zeigen mit kleinen Gesten. Dazu gehört die morgendliche Begrüßung per Handschlag. Manchmal reicht auch schon ein kurzer Zuruf. „Es zeigt den Kollegen, dass man sie wahrnimmt und sie für die eigene Arbeit wichtig sind“, so Peschl. Sich bedanken, nach dem Wohlbefinden fragen oder zum Geburtstag gratulieren – all das kommt ebenfalls gut an. Es signalisiert: Wir laufen uns nicht zufällig über den Weg, sondern fühlen uns zusammengehörig.
  • Miteinander reden, statt zu tratschen. Wer im Team arbeitet, muss sich austauschen. Etwa bei der Schichtübergabe oder bei Problemen im Betriebsablauf. Das stärkt Teamgeist und Vertrauen, beugt Missverständnissen vor und erhöht so den Spaß an der eigenen Arbeit. „Wer aber Gerüchte verbreitet, dem sollte man sachlich und bestimmt die Rote Karte zeigen“, rät Peschl. Denn Gerüchte sind Gift für das Betriebsklima.
  • Hilfe von sich aus anbieten. Mit Rückendeckung von den Kollegen lässt es sich ruhiger arbeiten. Das erhöht auch die Zufriedenheit im Job. „Selbstverständlich sollte man umgekehrt auch solche Unterstützung jederzeit zurückgeben“, so die Expertin. „Am besten ist, Hilfe ungefragt anzubieten.“ Das sei ein Zeichen für Zusammenhalt im Betrieb und gebe jedem Einzelnen Sicherheit.
  • Pausen zusammen verbringen. Die Mittagspause ist dafür ideal. Sie sollte als Auszeit genutzt werden, um Kraft zu tanken. „Deshalb auch über andere Dinge als über die Arbeit sprechen“, rät Peschl. Beliebte Themen seien Hobbys oder der geplante Urlaub. Ein Gespräch darüber hebt garantiert die Stimmung. Solche Auszeiten müssen nicht in der Kantine oder im Frühstücksraum stattfinden. Auch bei einem kurzen Spaziergang oder leichten Lockerungsübungen kann man Persönliches austauschen.
  • Lachen durchaus erlaubt. Manche angespannte Situation, die auf die Stimmung drückt, lässt sich durch beherztes Lachen entschärfen. „Es verbindet und wirkt deeskalierend“, weiß Peschl. Dann lassen sich für Probleme leichter Lösungen finden. Aber Vorsicht: „Lachen Sie miteinander, auf keinen Fall übereinander“, mahnt die Expertin. Sonst könnten sich Kollegen womöglich an den Pranger gestellt fühlen.
  • Nachsicht walten lassen. Unstimmigkeit und Missverständnisse gibt es immer wieder. „Sind sie einmal ausgeräumt, sollte man sie konsequent abhaken“, empfiehlt Peschl. Reitet man auf schon gelösten Konflikten herum, ist das Gift fürs Betriebsklima: „Eine gewisse Nachsicht hingegen kann nur guttun.“
  • Loben erlaubt. Anerkennung muss nicht immer vom Chef kommen. Peschl: „Auch Lob von Kollegen stärkt das Selbstbewusstsein und erhöht so den Spaß an der Arbeit.“ Schließlich wissen gerade diejenigen, mit denen man jeden Tag zusammenarbeitet, was man leistet. Wichtig dabei: Lob muss glaubhaft sein. Oft reicht schon ein Schulterklopfen oder das „Daumen hoch“-Zeichen.
  • Mal zusammen was unternehmen. Das eröffnet die Gelegenheit, Kollegen ganz anders kennenzulernen. „Womöglich erklären sich so Verhaltensweisen bei der Arbeit, für die man dann mehr Verständnis aufbringt, statt sich daran abzuarbeiten“, erklärt Peschl. Am besten geht das über gemeinsame Interessen und Hobbys. Gelegenheiten gibt es genug: etwa ein Grillabend bei sommerlichen Temperaturen, wenn bald die Nationalelf bei der WM kickt.

Mehr zum Thema:

Müssen Arbeitnehmer unbedingt eine Mittagspause machen? Oder darf man durcharbeiten und dafür früher gehen? Wie lange und wo darf man pausieren? Zu solchen und weiteren Punkten haben wir einen Experten für Arbeitsrecht befragt.

aktualisiert am 02.02.2018

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