Zeitarbeit

„Besonders hier macht es richtig Spaß“


Der Bauteile-Lieferant KKT hat nach der Krise wieder ordentlich Arbeit

Osterode. Klaus Hünemund ist Zeitarbeiter. „Ich sehe es positiv“, sagt er. „Man lernt viele Firmen kennen und verschiedene Tätigkeiten.“ Derzeit arbeitet er bei KKT Frölich in Osterode am Harz: Kautschuk in allen Farben und Formen, Bauteile für Kunden der verschiedensten Branchen: von der Auto-Industrie und Medizintechnik bis hin zur Luftfahrt.

Aus Zeitarbeit in Festanstellung

„Mir macht es im Augenblick richtig Spaß, besonders hier bei KKT“, sagt Hünemund. Zeitarbeit war für den 58-Jährigen eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben. Jetzt wurde ihm aufgrund seiner guten Leistungen eine Festanstellung angeboten. Denn die positive Konjunkturentwicklung schafft auch neue Arbeitsplätze.

„Der gesamte Markt zieht immens an“, berichtet KKT-Geschäftsführer Sven Vogt. Anders als in vielen anderen Betrieben (siehe Beitrag "Die Konjunkturbelebung schafft schon wieder Arbeitsplätze") ist hier schon nicht mehr nur von einem Aufholprozess nach der allgemeinen Absatzflaute 2008 und 2009 die Rede. Vogt: „Wir liegen momentan über dem Level von vor der Krise.“

Und die Krise hatte bei KKT Frölich in der Tat ordentlich zugeschlagen. Es gab Umsatzeinbußen von etwa 30 Prozent, und ein Drittel der 250 Mitarbeiter wurde vorübergehend auf Kurzarbeit gesetzt. Immerhin: Entlassungen hat man hier komplett vermeiden können. Jetzt gibt es so viel Arbeit wie lange nicht. Durch den Auftragsboom hat das Unternehmen im Moment zwölf neue Zeitarbeiter.

Dazu zählt seit August 2010 auch Andreas Müller. „Früher habe ich als Baggerfahrer im Tiefbau gearbeitet“, erzählt der. „Da musste ich aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören.“ Ein Jahr war er arbeitslos. Seit August 2010 ist der zweifache Familienvater bei dem Osteroder Kautschuk-Unternehmen. Ein Job auf Wanderschaft? „Kein Problem“, sagt er. „Hier sind die Bedingungen sehr gut.“

14 Prozent Auszubildende

Zeitarbeit ist für viele Betriebe der erste Schritt im Beschäftigungsaufbau – der oft  in eine Festanstellung mündet. Dabei sehen sie sich aber mit Forderungen der Gewerkschaften konfrontiert. „Equal Pay“ ist das Stichwort, das in der Debatte kursiert.

KKT-Geschäftsführer Vogt beobachtet, dass die Angebote der Zeitarbeitsfirmen im Vergleich zu den 90er-Jahren deutlich besser geworden sind. „Früher konnten wir Zeitarbeiter nur für echte Aushilfsjobs einsetzen.

Das ist heute anders.“ Die Parole „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ greift für ihn aber ein Stück zu kurz: „Weil es immer einen Unterschied zwischen der Produktivität eines Zeitarbeiters und eines langjährigen, von uns ausgebildeten festangestellten Facharbeiters gibt.“

Deshalb ist ihm die eigene Ausbildungsabteilung sehr wichtig. 35 Azubis beschäftigt das Unternehmen – eine Quote von 14 Prozent!

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