Mitbestimmung

Belegschaft und Geschäftsleitung: Eine Erfolgsstory


Das Miteinander wird bei Komatsu Hanomag intensiv gelebt

Hannover. Nicht gegeneinander, sondern miteinander! Wenn Geschäftsführung und Betriebsrat am gleichen Strang ziehen, bleiben Erfolge nicht aus. Musterbeispiel: Komatsu Hanomag in Hannover.

Die Vorgeschichte: Der traditionsreiche Fahrzeugbauer Hanomag (Gründungsjahr 1835) startete einst mit Dampfmaschinen und Lokomotiven. Das legendäre „Kommissbrot“, Deutschlands erstes Fließband-Auto, ist ein Hanomag-Kind. Ende der 80er-Jahre trudelte Hanomag in die Krise.

Mitarbeiter-Zahl verdoppelt

Inzwischen aber wächst der Betrieb, der seit 1989 zum japanischen Baumaschinenhersteller Komatsu gehört, mit großem Tempo. Von 540 Mitarbeitern vor zwei Jahren hat sich die Belegschaft bis heute auf 1.000 fast verdoppelt.

„Unseren Erfolg verdanken wir auch der guten Zusammenarbeit mit unserem Betriebsrat“, betont Geschäftsführer Göksel Güner. Ein Manager-Lob, das klar zu belegen ist. Offenheit, Transparenz und interne Kommunikation sorgen für das nötige gegenseitige Vertrauen.

Der Umsatz ist allein im vergangenen Geschäftsjahr um sage und schreibe 62 Prozent gestiegen. Die Zahl der ausgelieferten Baumaschinen ist von 2.500 auf 3.800 geklettert. „Dazu braucht man eine hoch motivierte Mannschaft“, weiß Güner. „Wir alle haben diese Herausforderungen als einmalige Chance für den Standort gesehen und wollten sie unbedingt nutzen.“

Wie erfolgreich das Zusammenspiel von Belegschaft und Geschäftsführung läuft, wird im Konzern exakt registriert: Die Hannoveraner, im ständigen Vergleich mit den anderen europäischen Komatsu-Töchtern, belegen in Sachen Flexibilität, Effizienz und Fertigungsbedingungen den ersten Platz. Besonders bestechend: die Qualität. Kaum Ausfall, kaum Nachbesserungen, extrem niedrige Fehlerquote.

36 Millionen Euro investiert

Angesichts solcher Standort-Qualitäten waren im Konzern weitere Investitionen gut zu begründen: Das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Europa wurde in Hannover angesiedelt; 22 Millionen Euro steckte man allein dieses Jahr in eine neue Montagelinie und in die sogenannte Finish-Produktion; weitere 15 Millionen Euro flossen in den beiden letzten Jahren in neue Bearbeitungszentren, Schweißroboter und in ein computergesteuertes Lagerzentrum.

Für die Logistik beim Bau des Lagerzentrums suchte man für eine Übergangszeit dringend Fachkräfte. Hilfe bekam man von Zeitarbeitsfirmen. „Aber nur, solange es nötig war“, stellt Güner klar. Von den zwischenzeitlich 300 Zeitarbeitern haben 150 nun bei Komatsu Hanomag eine Festanstellung.

Auch hier zogen Betriebsrat und Geschäftsleitung an einem Strang.

Werner Fricke

 

Info: Komatsu Hanomag GmbH

Der traditionsreiche Fahrzeugbauer Hanomag gehört seit dem Jahr 1989 unter das Dach des japanischen Komatsu-Konzerns. Komatsu ist nach Caterpillar der weltweit zweitgrößte Hersteller von Baumaschinen.

Schon 1981 fasste Komatsu erstmals in Deutschland Fuß. Heute betreibt der Konzern insgesamt vier Fabriken in Europa. Weltweit gehören rund 200 Unternehmen zu Komatsu. Der Jahresumsatz beträgt derzeit gut 12,5 Milliarden Euro.

Mit 79 Prozent Umsatzanteil sind Bagger, Raupen, Muldenkipper und Radlader das Hauptgeschäft. Rund 20 Prozent steuern Dieselmotoren, große Hydraulikpressen und Roboter bei; zudem produziert der Konzern Gabelstapler und Kompressoren.

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