Firmen-Umfrage

Beispiel Autozulieferer: Die meisten Betriebe sind offen für Flüchtlinge als Mitarbeiter

Hannover. Auch viele Kautschuk-Unternehmen stehen bereit, um Flüchtlinge in den Arbeitsalltag einzubeziehen. Fast alle können es sich grundsätzlich vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. Allerdings sehen sie dabei noch einige Hürden, die zunächst überwunden werden müssten.

Dieser Befund ergibt sich aus einer Umfrage, für die der Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) zusammen mit anderen Verbänden rund 60 Auto-Zulieferer kontaktiert hat.

Demnach hat immerhin schon heute jedes neunte Unternehmen Flüchtlinge in seinen Belegschaften. Andererseits äußern sechs von zehn Unternehmen die Einschätzung, dass die aktuelle Migrationswelle wohl keine maßgebliche Entspannung beim Problem des Fachkräftemangels bringen werde. Auf die Frage, wo die Schwierigkeiten bei der Beschäftigung von Flüchtlingen lägen, antworteten 63 Prozent „mangelnde Sprachkenntnisse“, 29 Prozent „Anerkennung der Abschlüsse“, 28 Prozent „Unplanbarkeit wegen Risiko einer Abschiebung“ und 17 Prozent „Behördengänge“.

Der ADK begrüßt die auf Landes- und Bundesebene laufenden Initiativen, den Einstieg von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern: Arbeit sei schließlich „maßgeblich für die langfristige Integration derjenigen, die derzeit in Deutschland Schutz und eine Zukunft suchen“.

Dabei geht es um das Abschaffen der „Vorrangprüfung“ – wonach ein Asylbewerber oder Geduldeter nur eingestellt werden darf, wenn sich für eine Stelle kein Deutscher oder EU-Ausländer findet. Zudem soll das Verbot aufgehoben werden, Flüchtlinge als Zeitarbeitnehmer zu beschäftigen.

Schließlich sei auch Zeitarbeit „ein wichtiger Baustein, um Menschen den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, betont der Kautschuk-Arbeitgeberverband. „Fast zwei Drittel der Menschen, die über Zeitarbeitsfirmen in Jobs vermittelt werden, waren zuvor arbeitslos.“

Durchaus Chancen sieht die Kautschuk-Industrie in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle auch im Bereich der Nachwuchsgewinnung. Man ist daran interessiert, junge Neuankömmlinge nach Möglichkeit an die duale Ausbildung aus Betrieb und Berufsschule heranzuführen. Derzeit gebe es zu wenig Bewerber – „Migration bietet die Möglichkeit, die Lücke zu verkleinern“.

 

 


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