Teamwork

Beim Vliesstoff-Hersteller Freudenberg schaffen die Azubis Sicherheit


Kaiserslautern. Unfälle passieren schnell: Man rutscht ab, stolpert, fasst versehentlich an eine Maschine. Schutzvorrichtungen bewahren vor solchen Gefahren, auch beim Vliesstoff-Hersteller Freudenberg in Kaiserslautern. Das Besondere dort: Umgesetzt werden viele Sicherheitsstandards vom Nachwuchs.

„Auszubildende schaffen Sicherheit“ – so heißt das Projekt, das 2009 ins Leben gerufen wurde. Kreativität, Teamwork und Handwerk sind gefragt. In Workshops erarbeiten die jungen Leute Lösungen für Probleme und setzen Verbesserungsvorschläge um. Sie bauen Elemente und installieren sie wenn nötig an Ort und Stelle. Ausbildungsleiter Christian Mitteregger betreut das Projekt. Rund 30 Azubis aus meist technischen Berufen nehmen derzeit teil.

„Die Projektarbeit findet während der Arbeitszeit statt“, sagt Mitteregger. Jedes Vorhaben soll thematisch in den Lehrplan passen. Alle tragen ein T-Shirt mit Logo, die Namen der Teilnehmer werden an den Projekten verewigt.

Das Projekt schärft den Blick für mögliche Gefahrenquellen – auch nach Dienstschluss

Alle nehmen das Engagement ernst, auch die älteren Kollegen: „Unsere Azubis schaffen nicht nur Sicherheit, sie leben sie den Kollegen auch vor“, betont Mitteregger. Kürzlich fertigte die Truppe eine Roboterzelle. Jonas Sonnen (23), angehender Elektroniker, erzählt: „Wir haben Gitter geschweißt, Kabelkanäle verlegt und eine Lichtschranke eingebaut.“ Jetzt umgibt den Greifarm ein Käfig – wenn jemand zu nah kommt, schaltet sich die Maschine aus.

Auch Schilder für ein Rettungsleitsystem auf dem Werkgelände kommt vom Freudenberg-Nachwuchs. „Wir wollen, dass Arbeitssicherheit ein ganz normaler Teil des Berufs wird“, sagt Projekt-Initiator und Sicherheitsingenieur Ralf Schneider. „Leider finden einige Mitarbeiter das Thema auch heute noch eher lästig.“ Je früher man anfange, den Blick für mög­liche Gefahrenquellen zu schärfen, umso besser. „Dieses Aufeinanderachten endet ja nicht nach Dienstschluss. Im Gegenteil: Das ist ein Gewinn fürs Leben.“

Als Nächstes nehmen sich die Azubis einen Abriebtester vor. Rotorblätter prüfen darin Vlies-Proben mit 2.800 Umdrehungen pro Minute. „Wir werden eine zusätzliche Türblockade einbauen“, erklärt André Partenheimer. „Dann kann man die Anlage nur öffnen, wenn die Propeller komplett stehen.“ Der 22-Jährige lernt Mechatroniker. Und verrät: „Auch privat achte ich jetzt viel mehr auf Sicherheit als früher.“ Zum Beispiel im Haushalt oder beim Heimwerken mit Freunden.

Übrigens: Das Projekt ist weltweit einzigartig im Freudenberg-Konzern. 2012 schaffte es das Team auf Platz eins im internen Sicherheitswettbewerb „We all take care“ – mehr als 150 Projekte hatten sich beworben.

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