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Kollegen, die vielleicht Leben retten

Beim Medizintechnik-Hersteller Getinge lassen sich 144 Stammzellenspender registrieren

Bei Blutkrebs können fremde Stammzellen Leben retten. Doch den passenden Spender zu finden, ist schwierig. Also stellten die Mitarbeiter von Getinge für einen erkrankten Kollegen eine Typisierungsaktion auf die Beine.

Mund auf, Stäbchen rein: Mehr ist erst mal nicht nötig. Foto: dpa

Mund auf, Stäbchen rein: Mehr ist erst mal nicht nötig. Foto: dpa

Rastatt. Wenn ein Kollege im Krankenhaus ist, kann man eine Karte schicken. Oder Blumen. Als ein Mitarbeiter des Medizintechnik-Herstellers Getinge an Leukämie erkrankte, bewies die Belegschaft in Rastatt mit einer ganz besonderen Aktion Zusammenhalt – die Kollegen organisierten eine Registrierungsaktion für potenzielle Stammzellen-Spender. „Als das an uns herangetragen wurde, gab es kein Zögern“, betont Personaldirektor Bert Hochkeppel.

Alle hätten sofort zugestimmt: Geschäftsführung, Personalabteilung und Kommunikation, Betriebsrat, Betriebsärztin, Event Management. „So ein völliges Einvernehmen von der ersten Sekunde an gibt es selten.“

Die Idee zur Aktion hatte ein Kollege des erkrankten Service-Mitarbeiters. Bei Leukämie kann ein passender Stammzellenspender Leben retten – aber der ist oft nur schwer zu finden. Wie so eine Spende dann konkret abläuft und was das für die Betroffenen bedeutet, ist in einem Erfahrungsbericht nachzulesen.

144 Mitarbeiter, Angehörige und Freunde machten mit

Getinge war es ein Anliegen, kräftig die Werbetrommel für die Aktion zu rühren: Ruck, zuck wurden Flyer und Poster gedruckt. Am Standort mit 1.200 Beschäftigten gab es dann drei Tage lang die Gelegenheit, einen Abstrich der Wangenschleimhaut machen zu lassen – das reicht schon, um die Gewebemerkmale genau zu bestimmen. Die Kosten der Registrierung übernahm Getinge, bei der Umsetzung der Aktion half die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Bilanz: 144 Mitarbeiter, Angehörige und Freunde des Erkrankten machten mit! Damit ist Hochkeppel „sehr zufrieden“. Betriebsratsvorsitzende Ute Wasilowicz findet es „großartig“, dass sich die Beschäftigten derart einsetzen.

Übrigens nicht nur für den Kollegen: Die Gewebemerkmale könnten ja auch zu einem ganz anderen Patienten passen – und am Ende womöglich dessen Leben retten.


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