Ausbildung mal anders

Beim Lack-Spezialisten Jaeger dürfen junge Leute „in alle Töpfe“ gucken

Möglingen. Was die Welt bunt macht, weiß Robin Schäfer (22): Er arbeitet als Produktionsfachkraft Chemie beim Farben- und Lackhersteller Paul Jaeger in Möglingen. Doch auch im Büro kennt er sich aus: „Wer hier anfängt, durchläuft den ganzen Betrieb“, erzählt er.

Mit einem langen Metallspatel schabt Schäfer weiße Farbe von den Wänden des Rührkessels und prüft die Konsistenz der abtropfenden Farbe: „Das ist genau mein Ding!“

Isolier- und Absperrfarben, Renovierfarben, aber auch Markierungsfarben, Holzlacke und Anti-Schimmel-Produkte stellt das Unternehmen her. Was ein bisschen wie Kochen nach Rezept aussieht, ist durchaus kniffelig: „Ich habe viel Verantwortung“, so der junge Mann. „Mache ich einen Fehler, wird der ganze Ansatz nichts!“ Die einzelnen Bestandteile müssen in exakten Mengen und in der richtigen Reihenfolge verarbeitet werden, sogar die Geschwindigkeit des Rührwerks spielt eine Rolle. Das nötige Know-how vermitteln die Berufsschule und der Betrieb.

Familiäres Klima, guter Verdienst

Verantwortung trägt auch die angehende Industriekauffrau Amelie Kromer. Die 20-Jährige ist im zweiten Lehrjahr, in einem halben Jahr lockt der Abschluss. Anfangs war sie gar nicht im Büro, sondern für vier Wochen in der Produktion.

„Unser Azubi-Rundlauf durch das Unternehmen hat sich sehr bewährt“, berichtet Laborleiter und Ausbilder Bernd Steckroth. Der jungen Frau gefällt das: „So lerne ich unsere Produkte viel besser kennen und verstehe, was die Jungs leisten.“

Und wie sieht der Alltag jetzt aus? „Was ich hier mache, ist wie ein BWL-Studium als praktische Ausbildung“, so Kromer. Sie schätzt das familiäre Betriebsklima und die Bezahlung nach Tarif: „Man verdient schon in der Ausbildung gut.“ Was aber bringt die Zukunft? Da sind die jungen Leute optimistisch. Schon wegen der Weiterbildung. „Man kann den Techniker oder Meister machen“, sagt Schäfer. Kromer ergänzt: „Oder ein Studium an der Fachhochschule oder Universität dranhängen.“

„Solche Fachkräfte sind gesucht“, sagt Ausbilder Steckroth. „Das gilt ganz besonders für die Region Stuttgart, einem der Zentren der deutschen Farb- und Lack-Industrie.“

Bei Jaeger setzt man auch deshalb auf den Nachwuchs aus dem eigenen Haus und bildet Industriekaufleute, Chemikanten, Produktionsfachkräfte Chemie sowie Lacklaboranten aus.


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